| Inhaltsverzeichnis
|
1.
European BirdWatch – Internationaler Zugvogeltag (Stefan
Kohl)
Graupelschauer,
Schneesturm, Hagel: Einem unwirtlichen Wetter mussten an die-sem
Wochenende nicht nur Tausende von Zugvögeln standhalten,
die über die Schweiz gegen Süden flogen. Wetterfestigkeit
bewiesen auch die fast 1’500 Menschen, die in der Schweiz
einen der 53 Beobachtungsstände besuchten, welche die Sektionen
des Schweizer Vogelschutzes SVS – BirdLife Schweiz zum
Europäischen Zugvogeltag aufbauten. Die Besucher konnten
das faszinierende Ge-schehen in den Lüften unter Anleitung
von Ornithologen und Ornithologinnen verfolgen.
Zugvögel kennen keine Landesgrenzen. Deshalb organisiert
BirdLife International jeweils im Herbst den internationalen
Zugvogeltag. An diesem Anlass wird europaweit auf die spezielle
Gefährdung der Zugvögel hingewiesen und die Bevölkerung
über das uralte, immer wiederkehrende Phänomen des
Vogelzugs informiert.
Aus diesem Anlass betreuten die Sektionen des Schweizer Vogelschutzes
SVS – BirdLife Schweiz 53 Zugvogel-Beobachtungsstände
vom Jura bis weit in die Alpenketten hinein. Dort wurden die
nach Süden ziehenden Vögel nach Art und Zahl von engagierten
Vogelschützern und Vogelschützerinnen erfasst. Gleichzeitig
boten die Beobachtungsstände trotz nasskaltem und trübem
Wetter den unverdrossenen Besucherinnen und Besuchern ein eindrückliches
Naturerlebnis. Hunderte richteten unter fachlicher Anleitung
den Blick zum Himmel und erspähten durch Fernrohre und
Feldstecher fast 64‘000 Zugvögel. Buchfink, Star
und Rauchschwalbe waren die am meisten gesichteten Vogelarten.
Aber auch für die Schweiz seltene Arten wie Raubwürger,
Heringsmöve und Kornweihe wur-den von den suchenden Augen
erspäht. In ganz Europa wurden von rund 70'000 Beobachtern
und Beobachterinnen an gut 600 Posten über eine Million
Vögel gesichtet!
Lautlose Flugschau am Greifensee
Unseren GNVU-Zugvogel-Beobachtungsstand haben wir am Sonntag
den 5. Oktober während sechs Stunden auf dem Beobachtungsturm
im Riediker-Riet am oberen Greifensee betrieben. Schon beim
Aufbauen wurden wir durch den an-haltenden Regen ziemlich nass.
Zum Glück hat Ernst Weber ein grosses Partyzelt mitgebracht. |

Das
Zelt hat es uns ermöglicht, die ganze Zeit durchzuhalten.
Ohne dies hätten wir witter-ungsbedingt frühzeitig
abbrechen müssen. Im-merhin haben 19 Personen unser Angebot
genutzt und auch immer wieder durchziehende und rastende Vögel
beobachten können. So wurden bei uns insgesamt 1’187
Vögel gezählt, darunter so interessante Arten wie
14 Baum-pieper, 1 Flussregenpfeifer, 6 Heringsmöwen,
18 Kiebitze, viele Rauchschwalben, über 100 Ringeltauben
und eine junge Trauerseeschwal-be. Insgesamt konnten 46 verschiedene
Vogel-arten erkannt werden. Es hat sich erneut ge-zeigt, dass
das 1996 neu gestaltete Projekt-gebiet Riediker-/Rälliker-Riet
eine sehr wichtige Tankstelle für unsere Vögel darstellt.
Daneben bietet dieses Gebiet vielen anderen, zum Teil bedrohten
Tieren und Pflanzen die Möglichkeit zum Überleben. |
Seitenanfang
|
2.
Baumpflege- und Pfropfkurs
Insgesamt
10 interessierte Frauen und Männer liessen sich auch
dieses Frühjahr an 3 Samstagen wieder von Göpf Müllis
Anleitungen und Erklärungen zum eigenen Arbeiten an Bäumen
auf dem Riediker Bergli und im Areal der „Silberweide“
verführen. Allerdings betonte Göpf auch diesmal
wieder eindringlich, dass ein Obstgarten quasi ein gedeckter
Tisch für Wühlmäuse sei. So machten wir uns
also auf, an den Bäumen zu rütteln, um herauszufinden,
ob und wie weit der Wurzelstock geschädigt sei. Danach
wurde der Boden mit einem Stab nach Mausgängen abgesucht.
Der aufgespürte Gang wurde mit einem Spezialbohrer angebohrt
und eine der modernen Edelstahlfallen gestellt. Erst dann
wurde gesägt und geschnitten, um dem ausgesuchten Baum
zum erwünschten Wuchs zu verhelfen. Natürlich wurde
unser Göpf immer wieder um Rat angerufen, obschon wir
theoretisch begriffen hatten, dass Abstand zum Objekt und
die längerfristige Vorstellung über die Entwicklung
des Baumes wichtig sind. Das Mittagessen am Feuer wurde jeweils
im regen Gespräch und mit vergnügten Sprüchen
verbracht.
|
 |
Da!
Eine Falle ist zugeschnappt! Wer nimmt sie aus der Erde? Tatsächlich,
eine Schermaus wurde durch einen Schlag aufs Genick blitzschnell
getötet. Der feine, früher für die Fütterung
von feinen Winterhandschuhen verwendete Pelz konnte gestreichelt
werden. Das eigentlich hübsche Tierchen wurde später
aufs offene Feld gelegt als Futter für Greifvögel,
Marder, Wiesel oder Fuchs. |
 |
 |
Beim
Aufpfropfen anderer Sorten auf dem ausgewählten Baum
waren Augenmass und Feingefühl gefragt: Das ausgesuchte
Reis musste mit dem scharfen Pfropfmesser im richtigen Winkel
angeschnitten werden. Ausserdem wollte die Rinde bis zum Saft
führenden Kambium gelöst werden, um Raum zu schaffen
für das vorbereitete Reis. Auch für den Baum bedeutet
dies eine Wunde, die anschliessend fachmännisch versorgt
sein will. Zuerst wurde das Reis mit einem dehnbaren, selbst
haftenden Band befestigt und dann alles Luft dicht mit Wundverschlusspaste
verstrichen. So, jetzt kommen keine Bakterien und Pilze an
die Wunde, und austrocknen wird sie ebenfalls nicht! Der Augenschein
an einem sonnigkalten Herbsttag zeigt uns: Wir wurden so gut
angeleitet und haben so sorgfältig gearbeitet, dass alle
Pfropfungen gelangen – jedes Reis wuchs an! Mit kalten
Fingern und Füssen, aber glücklich über den
Erfolg, wurde der Heimweg angetreten.
Auf
ein Neues im 2004! |
Seitenanfang
|
3.
Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten
| Am Dienstag, 3. Juni 2003 sind folgende Einzelpersonen
aus Uster ausgezeichnet worden: |
| • |
Familie Betschon-Minder, Kreuzstrasse 21, 8610
Uster |
| • |
Herr Konrad Koch, Hegetsbergstrasse 24, 8610 Uster |
| • |
Frau Zita Widmer, Guldenenstrasse 6, 8610 Uster |
Seitenanfang
|
4. Invasive
Planzen (Daniel Hardegger)
Im
Jahresbericht 2002 haben wir über die Problematik der
invasiven Pflanzen (Neophyten) berichtet und für das
Jahr 2003 konkrete Bekämpfungsmassnahmen angekündigt.
Dies mit dem Ziel, die biologische Vielfalt in unserer Region
zu erhalten. Denn besonders in Naturschutzgebieten muss dem
ungehinderten Ausbreiten der Neophyten Einhalt geboten werden.
Im Verlauf unserer Aktionen haben wir festgestellt, dass es
kein Fehlentscheid war, den schon zahlreichen und beständigen
Neophyten den Kampf anzusagen. Was geschehen kann, wenn zu
spät reagiert wird und sich Neophyten unge-hindert verbreiten
können, zeigen schon unzählige Fälle. Als Folge
kann die Vegetation ganzer Land-striche verändert werden,
was sich fatal auf das örtliche Gleichgewicht von Pflanzen
und Tieren auswirkt.
Durch fortlaufende Kontrollgänge auf dem Gemeindegebiet
von Uster wurde das Inventar invasiver Pflanzen erweitert
und mit wichtigen Informationen ergänzt. Vom imposanten
Riesen-Bärenklau wur-den rund 50 Standorte mit über
total 600 Einzelpflanzen lokalisiert. Der widerstandsfähige
Japanische Staudenknöterich ist an elf Plätzen nachgewiesen
worden. Er beansprucht bereits eine Fläche von insgesamt
300m2. Vom Drüsigen Springkraut sind bis heute acht Befallsflächen
bekannt, wobei eine 5'000m2 grosse Waldpartie und einzelne
Abschnitte des Ustermer Aabachs betroffen sind. Während
viele kleinere Neophyten-Standorte im Siedlungsgebiet der
Stadt liegen, treten grössere Befalls-flächen eher
im Wald oder Kulturland auf. Von den rund 40 Planquadraten
(Karte 1:25’000) welche das Siedlungsgebiet der Stadt
Uster abdecken, konnten die beschriebenen Arten in 19 nachgewiesen
werden.
Dem Helferaufruf zur Bekämpfung der Neophyten folgten
9 Vereinsmitglieder. Dies ermöglichte einen grösseren
Einsatz. Im Jungholzwald wurde am 28. Juni eine Aktion durchgeführt,
in welcher weit über 10'000 Pflanzen des Drüsigen
Springkrauts ausgerissen wurden. Bei allen Helferinnen und
Helfern möchten wir uns hier nochmals für ihren
Einsatz bedanken. Weiter wurden an allen bekannten Stand-orten
des Riesen-Bärenklaus und an den meisten des Japanischen
Staudenknöterichs geeignete Be-kämpfungsmassnahmen
durchgeführt.
Die GNVU hat auch das Gespräch mit der Stadt Uster gesucht
und ist auf offene Ohren gestossen. Infolgedessen besuchten
Mitarbeiter der Abteilung Raumordnung einen Kurs des Neophytenspezia-listen
Günther Gelpke, in dem sie die nötigen Sachkenntnisse
zur Bekämpfung der wichtigsten inva-siven Pflanzenarten
erlangten.
Noch ist nur ein Anfang gemacht. Die Erfolge und das Engagement
der freiwilligen Helferinnen und Helfer ermutigen uns aber,
auch in diesem Jahr mit Elan weiter zu machen.
|

Riesen-Bärenklau
– Bild
gross
| Die
Berührung
mit dem Riesen-Bärenklau
(und
normales Sonnenlicht)
führt zu
schwersten Verbrennungen mit fünfliebergrossen oder grösseren
Brandblasen, einer langwierigen Heilung und hässlicher
Vernarbung! |
Seitenanfang
|
5. Amphibienwanderungen
Bergholz – Grabenriet (Hans Stopper)
Anfangs
März 2002 wurde die GNVU darauf aufmerksam gemacht, dass
auf der Wührestrasse auf der Höhe des Grabenriets
grosse Mengen Amphibien überfahren worden seien. Daraufhin
organi-sierte der Berichterstatter für den März
und April 2002 eine Rettungsaktion. Eine Gruppe von Hel-ferinnen
und Helfern sammelte während einigen Nächten insgesamt
405 Tiere und trug sie sicher auf die andere Strassenseite.
Es waren 158 Erdkröten, 69 Wasserfrösche, 29 Laubfrösche,
43 Gras-frösche, 88 Bergmolche und 18 Teichmolche. Dort
konnten die Tiere ihre Wanderung zu den Laich-gewässern
im Grabenriet ungestört fortsetzen. Leider konnte nicht
verhindert werden, dass allein am 19. März 30 Erdkröten
vom Verkehr überfahren wurden.
Die GNVU schlug in der Folge im Mai 2002 dem Leiter Naturschutz
und Landwirtschaft der Stadt-verwaltung Uster, Peter Padrutt,
Verbesserungen für das Jahr 2003 vor. Um wirksam weitere
Ver-kehrsopfer zu verhindern, kam nur die zeitweise Sperrung
der Wührestrasse in Frage. Diese wurde in den Nächten
mit Zugverdacht (Lufttemperatur mindestens 5°C plus Regen
oder feuchte Witterung) mittels Verkehrstafeln und Absperrgittern
gesperrt. Auf diversen nächtlichen Kontroll-gängen
zählten Iris Scholl, Claude Meier und Hans Stopper rund
400 wandernde Tiere auf der Strasse. Weil aber die Absperrungen
– sie standen nur auf der einen Fahrbahnhälfte
– nicht von allen motorisierten Strassenbenützern
eingehalten wurden, registrierte man immer noch rund 30 überfahrene
Tiere.
Auf Grund der Erfahrungen und Publikumsrückmeldungen
von 2003 wird die Wührestrasse während der Wandernächte
vom Frühjahr 2004 wirksamer gesperrt, auf dem kritischen
Abschnitt über beide Fahrbahnen. Wir hoffen, dass in
diesem Jahr keine Tiere mehr überfahren werden.
|
Seitenanfang
|
6.
Orchideeinventar Uster 2003 (Hans
Stopper)
Unser
ehemaliges Vorstandsmitglied Walter Schmid – er gestaltete
1977 das aktuelle Vereinssignet – interessiert sich
seit Jahrzehnten für die in der Schweiz vorkommenden
Orchideen. Seit 1960 suchte er speziell die Ustermer Standorte
immer wieder auf und aktualisierte seine Kenntnisse. Er ist
auf dem Platz Uster über die Situation dieser streng
geschützten und meist seltenen Pflanzen ohne Zweifel
am besten im Bild.
Im Laufe des Jahres wurde der Berichterstatter aktiv, um dieses
umfassende und präzise Wissen über die Orchideen
auf Ustermer Boden zusammen mit W. Schmid digital aufzuarbeiten
und in anspre-chender Form zu präsentieren. Direkter
Anlass zur Erstellung dieses Inventars war die Feststellung
von W. Schmid, dass die Orchideen an einer ganzen Reihe von
Waldstandorten durch vermehrte Erholungsnutzung sowie durch
zu frühe Mäharbeiten an Wegrändern höchst
gefährdet sind. – Eine weitere ernsthafte Gefahr
ist in absehbarer Zeit kaum abzuwenden: An den Nassstandorten
bedroht der seit Jahren festgestellte, andauernde Eintrag
von Nährstoffen aus der Luft das Überleben der Orchideen,
die auf nährstoffarmen Untergrund angewiesen sind. Ein
Folgeproblem ist die Massen-vermehrung von Schilf und Krautpflanzen.
Diese nehmen den bereits geschwächten Orchideen zu-sätzlich
noch das Licht weg.
Das Inventar weist 45 Standorte mit insgesamt 27 Orchideenarten
aus. Erfreulicherweise liegt rund die Hälfte dieser Vorkommen
in Naturschutzgebieten. Darunter sind auch Feuchtgebiete von
nationaler Bedeutung.
Das Werk möchte mehr sein als eine momentane Schau des
Vorhandenen und Verschwundenen. Es soll den für den Naturschutz
auf Ustermer Boden verantwortlichen Stellen der Stadt Uster
und des Kantons Zürich ein Instrument in die Hand geben,
mit dem Massnahmen geplant und umgesetzt werden können,
welche den Orchideen das Überleben sichern. Ziel der
GNVU ist es, alle Ustermer Standorte ohne Abstriche zu erhalten.
Die Abteilung Raumordnung und Natur der Stadt Uster, das städtische
Forstamt, die kantonale Fachstelle Naturschutz sowie weitere
eingebundene Stellen haben das Inventar erhalten. Gespräche
zur Umsetzung des vorgeschlagenen Massnahmenkatalogs haben
stattgefunden. Der Vorstand bleibt am Ball, damit der Schutz
auch umgesetzt wird
|
Seitenanfang
|
7.
Mauersegler und Mehlschwalben (Hans Stopper)
Mauersegler
Im Rahmen des Schweizerischen Naturschutzjahres 1995 unterstützte
die Stadt Uster den Vorschlag der GNVU, im Gemeindegebiet
eine Förderaktion für die Mauersegler zu starten.
Es wurden im Laufe des Jahres rund 160 Nistkästen an
gegen 60 öffentlichen und privaten Gebäuden montiert.
Die Nistkästen konnten in den anschliessenden Jahren
dank vielen verständigen Hausbesitzern kontinuierlich
vermehrt werden, so dass im Moment an 132 Gebäuden insgesamt
295 Nistkästen und 235 nicht direkt zugängliche
Nistplätze im Bereich von Hausdächern existieren.
Darin nicht eingerechnet ist die grosse Mauerseglerkolonie
an der Asylstrasse 12, welche die Stadt 1996/97 unter aktiver
Mitarbeit der GNVU sehr zum Vorteil der Vögel renovierte
und sanierte. Das dortige Angebot umfasst 101 Nistplätze.
|
 |
Am
Sekundarschulhaus Freiestrasse entstanden im Berichtsjahr
31 neue Einfluglöcher für Mauersegler. Sie befinden
sich an verschiedenen Stellen unterhalb der Dachrinne. |
Ab
1997 inspizierte der Berichterstatter mit bewährten Mitgliedern
das neu geschaffene Nistan-gebot etappenweise. Dabei unterstützte
die Stadt Uster die GNVU regelmässig, indem sie Leitern
und Skyworker zur Verfügung stellte. Die Kästen
wurden wenn nötig auch gereinigt. Nach Abschluss der
Kontrollaktion 2003 ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz
zu ziehen. Es zeigt sich ein hocherfreulicher Erfolg. In den
158 seit 1997 kontrollierten Kästen stellten wir 92 mal
ein eindeutiges Mauerseglernest fest. Das entspricht einer
Belegungsrate von 58%. Die anvisierte Vermehrung der Seglerbrutpaare
in Uster ist offensichtlich gelungen und freut uns sehr. –
Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der folgende. Von den
158 Kästen waren 41 von Haussperlingen bezogen worden.
Der Haussperling war einst einer der häufigsten Vögel
in menschlichen Siedlungen. Heute ist er europaweit auf der
Verliererliste. Seine Bestände gehen seit Jahren zurück.
Wenn wir in Uster auch dieser Art im harten Überlebenskampf
helfen konnten, freut uns das ebenso. – In 15 Kästen
brüteten Meisen und Stare, nur 10 blieben bisher leer.
Mehlschwalben
Die Mehlschwalben verteilen sich seit Jahren auf hauptsächlich
25 Kolonien an Gebäuden, welche insgesamt 411 Kunstnester
und 17 von den Vögeln selbst gebaute Nester umfassen.
Im Berichtsjahr wurden 108 Kunstnester kontrolliert. Etwa
45 Brutpaare zogen je mindestens eine Brut erfolgreich hoch.
– Über die letzten Jahre hinweg gesehen, geht die
Anzahl der Brutpaare leider zurück. Ein markanter Einbruch
erfolgte 2001, als viel weniger Vögel aus dem Winterquartier
in Afrika zu uns zurückkehrten. Die Gründe sind
nicht genau bekannt. Während der Brutzeit bei uns setzen
den Schwalben lange Schlechtwetter- und Kälteperioden
ebenso zu wie das stark zurückgehende Angebot an Futterinsekten.
Das heute fast vollständige Fehlen von Blütenpflanzen
im Landwirtschaftsgebiet (Intensivierung) und im Siedlungsraum
(übermässiger Ordnungsdrang allzuvieler Hausbesitzer)
zeitigt auch hier negative Folgen auf die einheimische Tierwelt.
– Wir hoffen, dass das Landschaftsentwick-lungskonzept
LEK der Stadt Uster, welches im Berichtsjahr auf Initiative
der Ustermer Landwirte in Gang gesetzt wurde, bis in einigen
Jahren nicht nur den Schwalben, sondern auch den Geschöpfen
der Natur insgesamt zum besseren Überleben und Gedeihen
verhilft.
|
Seitenanfang
|
8.
Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster (Paul
Stopper)
 |
Bezüglich
Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster haben wir
im Jahresbericht 2002 berichtet, dass leider keine Fortschritte
erzielt werden konnten, obwohl das kantonale Amt für
Landschaft und Natur (ALN) in einem Brief vom 3. Februar
2003 unsere Idee grundsätzlich unterstützte. Das
ALN wies jedoch auf den Sparplan des Kantons hin.
Am 12. Februar 2003 hat nun auch der Stadtrat Uster der
GNVU und dem Zürcher Heimatschutz mitgeteilt, dass
ein Verkauf der Liegenschaft nicht in Frage komme. Damit
muss unsere Idee wohl für die einige Zeit auf Eis gelegt
werden.
|
Die
Stadt Uster weiss seit 26 Jahren, d.h. seit dem Erwerb des
stattlichen Bauernhauses mitten im Zentrum von Uster im Jahre
1987, nichts mit dem aussergewöhnlich repräsentativen
Haus anzufangen. Aus Sicht der GNVU eignet sich die Liegenschaft
nach wie vor hervorragend als Naturzentrum: An der Natur Interessierte
können sich im Stadtzentrum informieren und anschliessend
mit den öffentlichen Bussen oder mit eigenen oder gemieteten
Velos an den Greifensee (nach Niederuster, zur Silberweide
oder an die Ried-Standorte) fahren. Der GNVU-Vorstand wird
den Gedanken weiterverfolgen. |
Seitenanfang
|
9
„Silberweide“ (oberer Greifensee) (Paul Stopper)
| Der
GNVU-Vorstand erarbeitete vor zwei Jahren einen Ideenkatalog
für die Neugestaltung des ehe-maligen Zoos „Silberweide“
und führte in den letzten Jahren intensive Gespräche
mit dem Kantonalen Amt für Landschaft und Natur (ALN)
und mit der Greifenseestiftung. Wir wollten damit eine Aufwertung
des Areals und eine Rückgabe an die Natur erreichen.
Die Gespräche haben nun zum Ziel geführt: Am 25.
September 2003 hat die Stiftung den rund um den Greifensee
bestehenden Naturschutz-vereinen ihr neues Konzept vorgestellt.
Unsere Ideen wurden grösstenteils übernommen. Speziell
zu erwähnen sind folgende Konzeptteile: |
| • |
die
bestehenden, illegal errichteten Bauten werden abgerissen |
| • |
das neue
Naturstation-Gebäude wird auf die bestehenden Parkplätze
zu stehen kommen |
| • |
der Rällikerbach
wird renaturiert |
| • |
das
Bachufer wird mit Weiden bestockt |
| • |
die
Parkplätze werden kostenpflichtig. |
| Die
neue Anlage soll 2.3 Millionen Franken kosten. Die Greifenseestiftung
wird nun bei der Gemeinde Mönchaltorf ein neues Baugesuch
einreichen. |
Seitenanfang
|
10.
Seerestaurant „La Boîte“ am Greifensee (Paul
Stopper)
Kurz
vor Weihnachten 2002 erhielt der GNVU-Präsident vom
Präsidenten eines (in Uster bisher unbekannten) „Vereins
Pavillon Nouvel“ telefonisch eine Einladung zu einem
Augenschein an die Schifflände Niederuster am Greifensee.
Dort wollte Präsident Marco Brunner sein Projekt vorstellen:
ein Seerestaurant in einem ehemaligen Gebäude der EXPO-02.
Die kantonalen Naturschutzorgani-sationen hätten ihr
Einverständnis zum Vorhaben bereits gegeben. Es gehe
lediglich noch um eine Orientierung der GNVU. Im Januar
2003 werde das Baugesuch eingereicht. Das vorgesehene Grundstück
gehört dem Kanton Zürich.
Am Samstag, 11. Januar 2003 stellte M. Brunner sein Projekt
einer 4-er-Delegation des GNVU-Vor-standes vor. Die GNVU-Vertreter
lehnten den vorgesehenen Standort aus Landschafts- und Uferve-getationsschutzgründen
(Uferbäume) klar ab. Die See-Bucht stelle ein wichtiges
Rückzugsgebiet für die dort überwinternden
Wasservögel dar. Über eine Alternative am Standort
des heutigen Kiosks könne diskutiert werden, teilte
man dem EXPO-Gebäude-Promotor mit. Zur Erleichterung
der GNVU-Delegation erklärte M. Brunner, dass sein
Verein auch ganz klar diesen Standort favorisiere. Die Stadt
Uster habe dem Verein aber bestimmt und unmissverständlich
vorgeschrieben, das Vorhaben könne nur auf dem nun
gewählten Standort in der noch unverbauten Landschaft
erstellt werden. Verhand-lungsspielraum verbliebe keiner
(Pumpstation und rechtskräftige Grundwasserschutzzone).
Einsprachen und Petition gegen EXPO-Beiz
Nach Eingang des Baugesuches resp. des Konzessionsgesuches
wurde eine Petition gegen den geplanten Standort lanciert
und mit über 5'400 Unterschriften sowohl dem Stadtrat
Uster als auch der Baudirektion des Kantons Zürich
als Grundstücksbesitzerin überreicht.
Neben unserer Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz
Uster reichten folgende Organisationen Ein-sprachen gegen
das Konzessionsgesuch ein:
|
| • |
Verband
zum Schutze des Greifensees |
| • |
Zürcher
Vogelschutz |
| • |
Schweiz.
Windsurf-Ausbildungsverband |
| • |
Rheinaubund |
Auch
private Personen erhoben Einsprache.
Waldfeststellungsverfahren
Der GNVU-Vorstand gelangte – von privater Seite darauf
aufmerksam gemacht – Ende März 2003 mit dem Antrag
an den Regierungsrat des Kantons Zürich, es sei ein Waldfeststellungsverfahren
einzu-leiten, da die Uferbestockung entlang des vorgesehenen
Baugrundstückes in allen Karten als Wald gekennzeichnet
sei. Dem Begehren wurde stattgegeben. Das Resultat ist nun
bekannt: Die Uferbe-stockung ist vom Kanton als Wald erklärt
worden.
Kanton lehnte Baugesuch bereits im Juli 2003 ab, definitive
Ablehnung im November 2003.
Bereits im Juli 2003 gab die Baudirektion sowohl den Medien
als auch dem „Verein Pavillon Nouvel“ bekannt,
dass sie das Baugesuch ablehne. Sie empfahl dem Verein, eine
Planung am Standort des bestehenden Kiosks einzuleiten.
Da der „Verein Pavillon Nouvel“ nicht auf die
Empfehlung der Baudirektion eintrat und einen Bauent-scheid
verlangte, gab der Kanton im November 2003 die definitive
Ablehnung des Bauprojektes bekannt. „Zusammenfassend
ergibt sich, dass der Erstellung eines Seerestaurants am vorgesehenen
Standort überwiegende Interessen des Landschaftsschutzes
entgegenstehen“.
Aufgrund der öffentlich geführten Diskussion um
das Seerestaurant will der Kanton den Schutz des Greifenseeufers
sogar noch verstärken, indem die Greifenseeschutzverordnung
in dem Sinne geän-dert werden soll, dass am vorgesehen
Standort der EXPO-Beiz überhaupt keine Gebäude erstellt
werden dürfen.
Der GNVU-Vorstand
schliesst sich der Haltung des Kantons vollumfänglich
an. Er ist mit der Entwicklung sehr zufrieden. Der Einsatz
hat sich gelohnt. Dem Kanton gebührt für seine klare
Haltung im Interesse des Landschafts- und Naturschutzes grosser
Dank.
Der Kanton wird sich jedoch auch im neuen Jahr mit dem Thema
befassen müssen, denn bereits Ende Jahr haben sowohl
der „Verein Pavillon Nouvel“ als auch der Stadtrat
Uster angekündigt, Rekurse gegen die Entscheide des Kantons
einzureichen.
Der Vorstand begleitet die Situation auch weiterhin.
|
Seitenanfang
|
11.
Mitglieder
Die
Mitgliederzahl der GNVU hat sich wie folgt entwickelt:
| |
*
31. Dez. 1999 |
*31.
Dez. 2000 |
*31.
Dez. 2001 |
31.
Dez. 2002 |
31.
Dez. 2003 |
| Gönner |
3 |
5 |
5 |
7 |
7 |
| Ehren-Mitglieder |
7 |
7 |
7 |
7 |
7 |
| Vorstand |
9 |
9 |
8 |
8 |
8 |
| Kollektiv-Mitglieder |
8 |
7 |
7 |
5 |
4 |
| Familien-Mitglieder |
119 |
118 |
115 |
113 |
115 |
| Einzel-Mitglieder |
111 |
118 |
107 |
106 |
103 |
| Jugend-Mitglieder |
3 |
2 |
- |
- |
- |
| Zugewandte |
7 |
5 |
5 |
5 |
6 |
| Total |
267 |
271 |
254 |
251 |
250 |
|
*
ist nicht Teil des Jahresberichtes 2003, war im Jahresbericht
2000, 2001, 2002 abgedruckt
Seitenanfang
|
12.
Vorstand
Der Vorstand
der GNVU setzte sich 2003 wie folgt zusammen:
Präsident:
Paul Stopper, Falmenstrasse 25, 8610 Uster
Vizepräsident,
Amphibienschutz:
Stefan Kohl, Seestrasse 107, 8610 Uster
Aktuariat:
Markus Ambühl, Auendörfli 58, 8617 Mönchaltorf
Kassier:
Ueli Tschanz, Seestrasse 107, 8610 Uster
Adressenverwaltung:
André Minet, Guldenenstrasse 2, 8610 Uster
Fledermausschutz:
Daniel Hardegger, Falkenstrasse 10, 8610 Uster
Schwalben
und Mauersegler, Nistkästen, Materialverwaltung, Bibliothek:
Hans Stopper, Seeblickstrasse 6, 8610 Uster
Riet- und
Heckenpflege:
Ernst Weber, Zelgstrasse 8, 8610 Uster
Seitenanfang
|
|