Jahresbericht 2003
der Gesellschaft für Natur und Vogelschutz Uster, GNVU

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Jahresbericht 2003 (924 kB)

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Baustelle in der LorenFoto:Stefan Kohl, Uster
Reiherenten-Männchen


 

Inhaltsverzeichnis

 
1. European BirdWatch – Internationaler Zugvogeltag
 
2. Baumpflege- und Pfropfkurs 
 
3. Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten 
 
4. Invasive Planzen (Daniel Hardegger)
 
5. Amphibienwanderungen Bergholz – Grabenriet (Hans Stopper)
 
6.

Orchideeinventar Uster 2003 (Hans Stopper)

 
7. Mauersegler und Mehlschwalben (Hans Stopper)
 
8. Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster (Paul Stopper)
 
9. „Silberweide“ (oberer Greifensee) (Paul Stopper)
 
10. Seerestaurant „La Boîte“ am Greifensee (Paul Stopper)
 
11.

Mitglieder

 
12. Vorstand


 

1. European BirdWatch – Internationaler Zugvogeltag  (Stefan Kohl)

Graupelschauer, Schneesturm, Hagel: Einem unwirtlichen Wetter mussten an die-sem Wochenende nicht nur Tausende von Zugvögeln standhalten, die über die Schweiz gegen Süden flogen. Wetterfestigkeit bewiesen auch die fast 1’500 Menschen, die in der Schweiz einen der 53 Beobachtungsstände besuchten, welche die Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS – BirdLife Schweiz zum Europäischen Zugvogeltag aufbauten. Die Besucher konnten das faszinierende Ge-schehen in den Lüften unter Anleitung von Ornithologen und Ornithologinnen verfolgen.
Zugvögel kennen keine Landesgrenzen. Deshalb organisiert BirdLife International jeweils im Herbst den internationalen Zugvogeltag. An diesem Anlass wird europaweit auf die spezielle Gefährdung der Zugvögel hingewiesen und die Bevölkerung über das uralte, immer wiederkehrende Phänomen des Vogelzugs informiert.
Aus diesem Anlass betreuten die Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS – BirdLife Schweiz 53 Zugvogel-Beobachtungsstände vom Jura bis weit in die Alpenketten hinein. Dort wurden die nach Süden ziehenden Vögel nach Art und Zahl von engagierten Vogelschützern und Vogelschützerinnen erfasst. Gleichzeitig boten die Beobachtungsstände trotz nasskaltem und trübem Wetter den unverdrossenen Besucherinnen und Besuchern ein eindrückliches Naturerlebnis. Hunderte richteten unter fachlicher Anleitung den Blick zum Himmel und erspähten durch Fernrohre und Feldstecher fast 64‘000 Zugvögel. Buchfink, Star und Rauchschwalbe waren die am meisten gesichteten Vogelarten.
 
Aber auch für die Schweiz seltene Arten wie Raubwürger, Heringsmöve und Kornweihe wur-den von den suchenden Augen erspäht. In ganz Europa wurden von rund 70'000 Beobachtern und Beobachterinnen an gut 600 Posten über eine Million Vögel gesichtet!
Lautlose Flugschau am Greifensee
Unseren GNVU-Zugvogel-Beobachtungsstand haben wir am Sonntag den 5. Oktober während sechs Stunden auf dem Beobachtungsturm im Riediker-Riet am oberen Greifensee betrieben. Schon beim Aufbauen wurden wir durch den an-haltenden Regen ziemlich nass. Zum Glück hat Ernst Weber ein grosses Partyzelt mitgebracht.

       

Das Zelt hat es uns ermöglicht, die ganze Zeit durchzuhalten. Ohne dies hätten wir witter-ungsbedingt frühzeitig abbrechen müssen. Im-merhin haben 19 Personen unser Angebot genutzt und auch immer wieder durchziehende und rastende Vögel beobachten können. So wurden bei uns insgesamt 1’187 Vögel gezählt, darunter so interessante Arten wie 14 Baum-pieper, 1 Flussregenpfeifer, 6 Heringsmöwen, 18 Kiebitze, viele Rauchschwalben, über 100 Ringeltauben und eine junge Trauerseeschwal-be. Insgesamt konnten 46 verschiedene Vogel-arten erkannt werden. Es hat sich erneut ge-zeigt, dass das 1996 neu gestaltete Projekt-gebiet Riediker-/Rälliker-Riet eine sehr wichtige Tankstelle für unsere Vögel darstellt. Daneben bietet dieses Gebiet vielen anderen, zum Teil bedrohten Tieren und Pflanzen die Möglichkeit zum Überleben.


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2. Baumpflege- und Pfropfkurs

Insgesamt 10 interessierte Frauen und Männer liessen sich auch dieses Frühjahr an 3 Samstagen wieder von Göpf Müllis Anleitungen und Erklärungen zum eigenen Arbeiten an Bäumen auf dem Riediker Bergli und im Areal der „Silberweide“ verführen. Allerdings betonte Göpf auch diesmal wieder eindringlich, dass ein Obstgarten quasi ein gedeckter Tisch für Wühlmäuse sei. So machten wir uns also auf, an den Bäumen zu rütteln, um herauszufinden, ob und wie weit der Wurzelstock geschädigt sei. Danach wurde der Boden mit einem Stab nach Mausgängen abgesucht. Der aufgespürte Gang wurde mit einem Spezialbohrer angebohrt und eine der modernen Edelstahlfallen gestellt. Erst dann wurde gesägt und geschnitten, um dem ausgesuchten Baum zum erwünschten Wuchs zu verhelfen. Natürlich wurde unser Göpf immer wieder um Rat angerufen, obschon wir theoretisch begriffen hatten, dass Abstand zum Objekt und die längerfristige Vorstellung über die Entwicklung des Baumes wichtig sind. Das Mittagessen am Feuer wurde jeweils im regen Gespräch und mit vergnügten Sprüchen verbracht.

 

Da! Eine Falle ist zugeschnappt! Wer nimmt sie aus der Erde? Tatsächlich, eine Schermaus wurde durch einen Schlag aufs Genick blitzschnell getötet. Der feine, früher für die Fütterung von feinen Winterhandschuhen verwendete Pelz konnte gestreichelt werden. Das eigentlich hübsche Tierchen wurde später aufs offene Feld gelegt als Futter für Greifvögel, Marder, Wiesel oder Fuchs.

 

Beim Aufpfropfen anderer Sorten auf dem ausgewählten Baum waren Augenmass und Feingefühl gefragt: Das ausgesuchte Reis musste mit dem scharfen Pfropfmesser im richtigen Winkel angeschnitten werden. Ausserdem wollte die Rinde bis zum Saft führenden Kambium gelöst werden, um Raum zu schaffen für das vorbereitete Reis. Auch für den Baum bedeutet dies eine Wunde, die anschliessend fachmännisch versorgt sein will. Zuerst wurde das Reis mit einem dehnbaren, selbst haftenden Band befestigt und dann alles Luft dicht mit Wundverschlusspaste verstrichen. So, jetzt kommen keine Bakterien und Pilze an die Wunde, und austrocknen wird sie ebenfalls nicht! Der Augenschein an einem sonnigkalten Herbsttag zeigt uns: Wir wurden so gut angeleitet und haben so sorgfältig gearbeitet, dass alle Pfropfungen gelangen – jedes Reis wuchs an! Mit kalten Fingern und Füssen, aber glücklich über den Erfolg, wurde der Heimweg angetreten.

Auf ein Neues im 2004!

 

 

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3. Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten

Am Dienstag, 3. Juni 2003 sind folgende Einzelpersonen aus Uster ausgezeichnet worden:
Familie Betschon-Minder, Kreuzstrasse 21, 8610 Uster
Herr Konrad Koch, Hegetsbergstrasse 24, 8610 Uster
Frau Zita Widmer, Guldenenstrasse 6, 8610 Uster

 

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4. Invasive Planzen (Daniel Hardegger)

Im Jahresbericht 2002 haben wir über die Problematik der invasiven Pflanzen (Neophyten) berichtet und für das Jahr 2003 konkrete Bekämpfungsmassnahmen angekündigt. Dies mit dem Ziel, die biologische Vielfalt in unserer Region zu erhalten. Denn besonders in Naturschutzgebieten muss dem ungehinderten Ausbreiten der Neophyten Einhalt geboten werden. Im Verlauf unserer Aktionen haben wir festgestellt, dass es kein Fehlentscheid war, den schon zahlreichen und beständigen Neophyten den Kampf anzusagen. Was geschehen kann, wenn zu spät reagiert wird und sich Neophyten unge-hindert verbreiten können, zeigen schon unzählige Fälle. Als Folge kann die Vegetation ganzer Land-striche verändert werden, was sich fatal auf das örtliche Gleichgewicht von Pflanzen und Tieren auswirkt.


Durch fortlaufende Kontrollgänge auf dem Gemeindegebiet von Uster wurde das Inventar invasiver Pflanzen erweitert und mit wichtigen Informationen ergänzt. Vom imposanten Riesen-Bärenklau wur-den rund 50 Standorte mit über total 600 Einzelpflanzen lokalisiert. Der widerstandsfähige Japanische Staudenknöterich ist an elf Plätzen nachgewiesen worden. Er beansprucht bereits eine Fläche von insgesamt 300m2. Vom Drüsigen Springkraut sind bis heute acht Befallsflächen bekannt, wobei eine 5'000m2 grosse Waldpartie und einzelne Abschnitte des Ustermer Aabachs betroffen sind. Während viele kleinere Neophyten-Standorte im Siedlungsgebiet der Stadt liegen, treten grössere Befalls-flächen eher im Wald oder Kulturland auf. Von den rund 40 Planquadraten (Karte 1:25’000) welche das Siedlungsgebiet der Stadt Uster abdecken, konnten die beschriebenen Arten in 19 nachgewiesen werden.


Dem Helferaufruf zur Bekämpfung der Neophyten folgten 9 Vereinsmitglieder. Dies ermöglichte einen grösseren Einsatz. Im Jungholzwald wurde am 28. Juni eine Aktion durchgeführt, in welcher weit über 10'000 Pflanzen des Drüsigen Springkrauts ausgerissen wurden. Bei allen Helferinnen und Helfern möchten wir uns hier nochmals für ihren Einsatz bedanken. Weiter wurden an allen bekannten Stand-orten des Riesen-Bärenklaus und an den meisten des Japanischen Staudenknöterichs geeignete Be-kämpfungsmassnahmen durchgeführt.


Die GNVU hat auch das Gespräch mit der Stadt Uster gesucht und ist auf offene Ohren gestossen. Infolgedessen besuchten Mitarbeiter der Abteilung Raumordnung einen Kurs des Neophytenspezia-listen Günther Gelpke, in dem sie die nötigen Sachkenntnisse zur Bekämpfung der wichtigsten inva-siven Pflanzenarten erlangten.
Noch ist nur ein Anfang gemacht. Die Erfolge und das Engagement der freiwilligen Helferinnen und Helfer ermutigen uns aber, auch in diesem Jahr mit Elan weiter zu machen.

 


Riesen-Bärenklau – Bild gross

Die Berührung mit dem Riesen-Bärenklau (und normales Sonnenlicht) führt zu schwersten Verbrennungen mit fünfliebergrossen oder grösseren Brandblasen, einer langwierigen Heilung und hässlicher Vernarbung!

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5. Amphibienwanderungen Bergholz – Grabenriet (Hans Stopper)

Anfangs März 2002 wurde die GNVU darauf aufmerksam gemacht, dass auf der Wührestrasse auf der Höhe des Grabenriets grosse Mengen Amphibien überfahren worden seien. Daraufhin organi-sierte der Berichterstatter für den März und April 2002 eine Rettungsaktion. Eine Gruppe von Hel-ferinnen und Helfern sammelte während einigen Nächten insgesamt 405 Tiere und trug sie sicher auf die andere Strassenseite. Es waren 158 Erdkröten, 69 Wasserfrösche, 29 Laubfrösche, 43 Gras-frösche, 88 Bergmolche und 18 Teichmolche. Dort konnten die Tiere ihre Wanderung zu den Laich-gewässern im Grabenriet ungestört fortsetzen. Leider konnte nicht verhindert werden, dass allein am 19. März 30 Erdkröten vom Verkehr überfahren wurden.


Die GNVU schlug in der Folge im Mai 2002 dem Leiter Naturschutz und Landwirtschaft der Stadt-verwaltung Uster, Peter Padrutt, Verbesserungen für das Jahr 2003 vor. Um wirksam weitere Ver-kehrsopfer zu verhindern, kam nur die zeitweise Sperrung der Wührestrasse in Frage. Diese wurde in den Nächten mit Zugverdacht (Lufttemperatur mindestens 5°C plus Regen oder feuchte Witterung) mittels Verkehrstafeln und Absperrgittern gesperrt. Auf diversen nächtlichen Kontroll-gängen zählten Iris Scholl, Claude Meier und Hans Stopper rund 400 wandernde Tiere auf der Strasse. Weil aber die Absperrungen – sie standen nur auf der einen Fahrbahnhälfte – nicht von allen motorisierten Strassenbenützern eingehalten wurden, registrierte man immer noch rund 30 überfahrene Tiere.


Auf Grund der Erfahrungen und Publikumsrückmeldungen von 2003 wird die Wührestrasse während der Wandernächte vom Frühjahr 2004 wirksamer gesperrt, auf dem kritischen Abschnitt über beide Fahrbahnen. Wir hoffen, dass in diesem Jahr keine Tiere mehr überfahren werden.

 

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6.  Orchideeinventar Uster 2003 (Hans Stopper)

Unser ehemaliges Vorstandsmitglied Walter Schmid – er gestaltete 1977 das aktuelle Vereinssignet – interessiert sich seit Jahrzehnten für die in der Schweiz vorkommenden Orchideen. Seit 1960 suchte er speziell die Ustermer Standorte immer wieder auf und aktualisierte seine Kenntnisse. Er ist auf dem Platz Uster über die Situation dieser streng geschützten und meist seltenen Pflanzen ohne Zweifel am besten im Bild.


Im Laufe des Jahres wurde der Berichterstatter aktiv, um dieses umfassende und präzise Wissen über die Orchideen auf Ustermer Boden zusammen mit W. Schmid digital aufzuarbeiten und in anspre-chender Form zu präsentieren. Direkter Anlass zur Erstellung dieses Inventars war die Feststellung von W. Schmid, dass die Orchideen an einer ganzen Reihe von Waldstandorten durch vermehrte Erholungsnutzung sowie durch zu frühe Mäharbeiten an Wegrändern höchst gefährdet sind. – Eine weitere ernsthafte Gefahr ist in absehbarer Zeit kaum abzuwenden: An den Nassstandorten bedroht der seit Jahren festgestellte, andauernde Eintrag von Nährstoffen aus der Luft das Überleben der Orchideen, die auf nährstoffarmen Untergrund angewiesen sind. Ein Folgeproblem ist die Massen-vermehrung von Schilf und Krautpflanzen. Diese nehmen den bereits geschwächten Orchideen zu-sätzlich noch das Licht weg.


Das Inventar weist 45 Standorte mit insgesamt 27 Orchideenarten aus. Erfreulicherweise liegt rund die Hälfte dieser Vorkommen in Naturschutzgebieten. Darunter sind auch Feuchtgebiete von nationaler Bedeutung.


Das Werk möchte mehr sein als eine momentane Schau des Vorhandenen und Verschwundenen. Es soll den für den Naturschutz auf Ustermer Boden verantwortlichen Stellen der Stadt Uster und des Kantons Zürich ein Instrument in die Hand geben, mit dem Massnahmen geplant und umgesetzt werden können, welche den Orchideen das Überleben sichern. Ziel der GNVU ist es, alle Ustermer Standorte ohne Abstriche zu erhalten.


Die Abteilung Raumordnung und Natur der Stadt Uster, das städtische Forstamt, die kantonale Fachstelle Naturschutz sowie weitere eingebundene Stellen haben das Inventar erhalten. Gespräche zur Umsetzung des vorgeschlagenen Massnahmenkatalogs haben stattgefunden. Der Vorstand bleibt am Ball, damit der Schutz auch umgesetzt wird

 

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7. Mauersegler und Mehlschwalben (Hans Stopper)

 

Mauersegler


Im Rahmen des Schweizerischen Naturschutzjahres 1995 unterstützte die Stadt Uster den Vorschlag der GNVU, im Gemeindegebiet eine Förderaktion für die Mauersegler zu starten. Es wurden im Laufe des Jahres rund 160 Nistkästen an gegen 60 öffentlichen und privaten Gebäuden montiert.
Die Nistkästen konnten in den anschliessenden Jahren dank vielen verständigen Hausbesitzern kontinuierlich vermehrt werden, so dass im Moment an 132 Gebäuden insgesamt 295 Nistkästen und 235 nicht direkt zugängliche Nistplätze im Bereich von Hausdächern existieren. Darin nicht eingerechnet ist die grosse Mauerseglerkolonie an der Asylstrasse 12, welche die Stadt 1996/97 unter aktiver Mitarbeit der GNVU sehr zum Vorteil der Vögel renovierte und sanierte. Das dortige Angebot umfasst 101 Nistplätze.

Am Sekundarschulhaus Freiestrasse entstanden im Berichtsjahr 31 neue Einfluglöcher für Mauersegler. Sie befinden sich an verschiedenen Stellen unterhalb der Dachrinne.

 

Ab 1997 inspizierte der Berichterstatter mit bewährten Mitgliedern das neu geschaffene Nistan-gebot etappenweise. Dabei unterstützte die Stadt Uster die GNVU regelmässig, indem sie Leitern und Skyworker zur Verfügung stellte. Die Kästen wurden wenn nötig auch gereinigt. Nach Abschluss der Kontrollaktion 2003 ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Es zeigt sich ein hocherfreulicher Erfolg. In den 158 seit 1997 kontrollierten Kästen stellten wir 92 mal ein eindeutiges Mauerseglernest fest. Das entspricht einer Belegungsrate von 58%. Die anvisierte Vermehrung der Seglerbrutpaare in Uster ist offensichtlich gelungen und freut uns sehr. – Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der folgende. Von den 158 Kästen waren 41 von Haussperlingen bezogen worden. Der Haussperling war einst einer der häufigsten Vögel in menschlichen Siedlungen. Heute ist er europaweit auf der Verliererliste. Seine Bestände gehen seit Jahren zurück. Wenn wir in Uster auch dieser Art im harten Überlebenskampf helfen konnten, freut uns das ebenso. – In 15 Kästen brüteten Meisen und Stare, nur 10 blieben bisher leer.


Mehlschwalben


Die Mehlschwalben verteilen sich seit Jahren auf hauptsächlich 25 Kolonien an Gebäuden, welche insgesamt 411 Kunstnester und 17 von den Vögeln selbst gebaute Nester umfassen. Im Berichtsjahr wurden 108 Kunstnester kontrolliert. Etwa 45 Brutpaare zogen je mindestens eine Brut erfolgreich hoch. – Über die letzten Jahre hinweg gesehen, geht die Anzahl der Brutpaare leider zurück. Ein markanter Einbruch erfolgte 2001, als viel weniger Vögel aus dem Winterquartier in Afrika zu uns zurückkehrten. Die Gründe sind nicht genau bekannt. Während der Brutzeit bei uns setzen den Schwalben lange Schlechtwetter- und Kälteperioden ebenso zu wie das stark zurückgehende Angebot an Futterinsekten. Das heute fast vollständige Fehlen von Blütenpflanzen im Landwirtschaftsgebiet (Intensivierung) und im Siedlungsraum (übermässiger Ordnungsdrang allzuvieler Hausbesitzer) zeitigt auch hier negative Folgen auf die einheimische Tierwelt. – Wir hoffen, dass das Landschaftsentwick-lungskonzept LEK der Stadt Uster, welches im Berichtsjahr auf Initiative der Ustermer Landwirte in Gang gesetzt wurde, bis in einigen Jahren nicht nur den Schwalben, sondern auch den Geschöpfen der Natur insgesamt zum besseren Überleben und Gedeihen verhilft.

 

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8. Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster (Paul Stopper)

Bezüglich Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster haben wir im Jahresbericht 2002 berichtet, dass leider keine Fortschritte erzielt werden konnten, obwohl das kantonale Amt für Landschaft und Natur (ALN) in einem Brief vom 3. Februar 2003 unsere Idee grundsätzlich unterstützte. Das ALN wies jedoch auf den Sparplan des Kantons hin.


Am 12. Februar 2003 hat nun auch der Stadtrat Uster der GNVU und dem Zürcher Heimatschutz mitgeteilt, dass ein Verkauf der Liegenschaft nicht in Frage komme. Damit muss unsere Idee wohl für die einige Zeit auf Eis gelegt werden.

 

Die Stadt Uster weiss seit 26 Jahren, d.h. seit dem Erwerb des stattlichen Bauernhauses mitten im Zentrum von Uster im Jahre 1987, nichts mit dem aussergewöhnlich repräsentativen Haus anzufangen. Aus Sicht der GNVU eignet sich die Liegenschaft nach wie vor hervorragend als Naturzentrum: An der Natur Interessierte können sich im Stadtzentrum informieren und anschliessend mit den öffentlichen Bussen oder mit eigenen oder gemieteten Velos an den Greifensee (nach Niederuster, zur Silberweide oder an die Ried-Standorte) fahren. Der GNVU-Vorstand wird den Gedanken weiterverfolgen.

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9 „Silberweide“ (oberer Greifensee) (Paul Stopper)

Der GNVU-Vorstand erarbeitete vor zwei Jahren einen Ideenkatalog für die Neugestaltung des ehe-maligen Zoos „Silberweide“ und führte in den letzten Jahren intensive Gespräche mit dem Kantonalen Amt für Landschaft und Natur (ALN) und mit der Greifenseestiftung. Wir wollten damit eine Aufwertung des Areals und eine Rückgabe an die Natur erreichen. Die Gespräche haben nun zum Ziel geführt: Am 25. September 2003 hat die Stiftung den rund um den Greifensee bestehenden Naturschutz-vereinen ihr neues Konzept vorgestellt. Unsere Ideen wurden grösstenteils übernommen. Speziell zu erwähnen sind folgende Konzeptteile:
die bestehenden, illegal errichteten Bauten werden abgerissen
das neue Naturstation-Gebäude wird auf die bestehenden Parkplätze zu stehen kommen
der Rällikerbach wird renaturiert
das Bachufer wird mit Weiden bestockt
die Parkplätze werden kostenpflichtig.
Die neue Anlage soll 2.3 Millionen Franken kosten. Die Greifenseestiftung wird nun bei der Gemeinde Mönchaltorf ein neues Baugesuch einreichen.

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10. Seerestaurant „La Boîte“ am Greifensee (Paul Stopper)

Kurz vor Weihnachten 2002 erhielt der GNVU-Präsident vom Präsidenten eines (in Uster bisher unbekannten) „Vereins Pavillon Nouvel“ telefonisch eine Einladung zu einem Augenschein an die Schifflände Niederuster am Greifensee. Dort wollte Präsident Marco Brunner sein Projekt vorstellen: ein Seerestaurant in einem ehemaligen Gebäude der EXPO-02. Die kantonalen Naturschutzorgani-sationen hätten ihr Einverständnis zum Vorhaben bereits gegeben. Es gehe lediglich noch um eine Orientierung der GNVU. Im Januar 2003 werde das Baugesuch eingereicht. Das vorgesehene Grundstück gehört dem Kanton Zürich.


Am Samstag, 11. Januar 2003 stellte M. Brunner sein Projekt einer 4-er-Delegation des GNVU-Vor-standes vor. Die GNVU-Vertreter lehnten den vorgesehenen Standort aus Landschafts- und Uferve-getationsschutzgründen (Uferbäume) klar ab. Die See-Bucht stelle ein wichtiges Rückzugsgebiet für die dort überwinternden Wasservögel dar. Über eine Alternative am Standort des heutigen Kiosks könne diskutiert werden, teilte man dem EXPO-Gebäude-Promotor mit. Zur Erleichterung der GNVU-Delegation erklärte M. Brunner, dass sein Verein auch ganz klar diesen Standort favorisiere. Die Stadt Uster habe dem Verein aber bestimmt und unmissverständlich vorgeschrieben, das Vorhaben könne nur auf dem nun gewählten Standort in der noch unverbauten Landschaft erstellt werden. Verhand-lungsspielraum verbliebe keiner (Pumpstation und rechtskräftige Grundwasserschutzzone).


Einsprachen und Petition gegen EXPO-Beiz


Nach Eingang des Baugesuches resp. des Konzessionsgesuches wurde eine Petition gegen den geplanten Standort lanciert und mit über 5'400 Unterschriften sowohl dem Stadtrat Uster als auch der Baudirektion des Kantons Zürich als Grundstücksbesitzerin überreicht.


Neben unserer Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster reichten folgende Organisationen Ein-sprachen gegen das Konzessionsgesuch ein:

Verband zum Schutze des Greifensees
Zürcher Vogelschutz
Schweiz. Windsurf-Ausbildungsverband
Rheinaubund

Auch private Personen erhoben Einsprache.


Waldfeststellungsverfahren


Der GNVU-Vorstand gelangte – von privater Seite darauf aufmerksam gemacht – Ende März 2003 mit dem Antrag an den Regierungsrat des Kantons Zürich, es sei ein Waldfeststellungsverfahren einzu-leiten, da die Uferbestockung entlang des vorgesehenen Baugrundstückes in allen Karten als Wald gekennzeichnet sei. Dem Begehren wurde stattgegeben. Das Resultat ist nun bekannt: Die Uferbe-stockung ist vom Kanton als Wald erklärt worden.
Kanton lehnte Baugesuch bereits im Juli 2003 ab, definitive Ablehnung im November 2003.


Bereits im Juli 2003 gab die Baudirektion sowohl den Medien als auch dem „Verein Pavillon Nouvel“ bekannt, dass sie das Baugesuch ablehne. Sie empfahl dem Verein, eine Planung am Standort des bestehenden Kiosks einzuleiten.


Da der „Verein Pavillon Nouvel“ nicht auf die Empfehlung der Baudirektion eintrat und einen Bauent-scheid verlangte, gab der Kanton im November 2003 die definitive Ablehnung des Bauprojektes bekannt. „Zusammenfassend ergibt sich, dass der Erstellung eines Seerestaurants am vorgesehenen Standort überwiegende Interessen des Landschaftsschutzes entgegenstehen“.


Aufgrund der öffentlich geführten Diskussion um das Seerestaurant will der Kanton den Schutz des Greifenseeufers sogar noch verstärken, indem die Greifenseeschutzverordnung in dem Sinne geän-dert werden soll, dass am vorgesehen Standort der EXPO-Beiz überhaupt keine Gebäude erstellt werden dürfen.

Der GNVU-Vorstand schliesst sich der Haltung des Kantons vollumfänglich an. Er ist mit der Entwicklung sehr zufrieden. Der Einsatz hat sich gelohnt. Dem Kanton gebührt für seine klare Haltung im Interesse des Landschafts- und Naturschutzes grosser Dank.


Der Kanton wird sich jedoch auch im neuen Jahr mit dem Thema befassen müssen, denn bereits Ende Jahr haben sowohl der „Verein Pavillon Nouvel“ als auch der Stadtrat Uster angekündigt, Rekurse gegen die Entscheide des Kantons einzureichen.


Der Vorstand begleitet die Situation auch weiterhin.

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11. Mitglieder

Die Mitgliederzahl der GNVU hat sich wie folgt entwickelt:

 
* 31. Dez. 1999
*31. Dez. 2000
*31. Dez. 2001
31. Dez. 2002
31. Dez. 2003
Gönner
3
5
5
7
7
Ehren-Mitglieder
7
7
7
7
7
Vorstand
9
9
8
8
8
Kollektiv-Mitglieder
8
7
7
5
4
Familien-Mitglieder
119
118
115
113
115
Einzel-Mitglieder
111
118
107
106
103
Jugend-Mitglieder
3
2
-
-
-
Zugewandte
7
5
5
5
6
Total
267
271
254
251
250

 

* ist nicht Teil des Jahresberichtes 2003, war im Jahresbericht 2000, 2001, 2002 abgedruckt

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12. Vorstand

Der Vorstand der GNVU setzte sich 2003 wie folgt zusammen:

Präsident:
Paul Stopper, Falmenstrasse 25, 8610 Uster

Vizepräsident, Amphibienschutz:
Stefan Kohl
, Seestrasse 107, 8610 Uster

Aktuariat:
Markus Ambühl
, Auendörfli 58, 8617 Mönchaltorf

Kassier:
Ueli Tschanz
, Seestrasse 107, 8610 Uster

Adressenverwaltung:
André Minet
, Guldenenstrasse 2, 8610 Uster

Fledermausschutz:
Daniel Hardegger
, Falkenstrasse 10, 8610 Uster

Schwalben und Mauersegler, Nistkästen, Materialverwaltung, Bibliothek:
Hans Stopper
, Seeblickstrasse 6, 8610 Uster

Riet- und Heckenpflege:
Ernst Weber
, Zelgstrasse 8, 8610 Uster

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