Jahresbericht 2002
der Gesellschaft für Natur und Vogelschutz Uster, GNVU

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Jahresbericht 2002 (804 kB)

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Baustelle in der LorenFoto: Hans Stopper
Die Bauarbeiten in der Loren haben begonnen, der Grundwasserspiegel wurde empfindlich gestört (August 2002)


 

Inhaltsverzeichnis

 
1. Loren
 
2. Teilrevision des regionalen Richtplanes in Werrikon 
 
3. „Silberweide“ (oberer Greifensee) 
 
4. Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster (Stand der Vorarbeiten) 
 
5. Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten
 
6.

Den Eisvogel gleich dreimal gesehen – Zugvogeltage

 
7. Invasive Pflanzen
7.1. Ausgangslage
7.2. Problempflanzen erkennen und wirkungsvoll bekämpfen
7.3. Situation in Uster
7.4. Konkrete Massnahmen für Uster
7.5. Wir brauchen Ihre Hilfe!
 
8.

Mitglieder

 
9. Vorstand


 

1. Loren

Im März 2002 begannen in Uster die Arbeiten für die Erschliessung der Loren. Mitte Mai 2002 berichtete ein GNVU-Mitglied dem Vorstand, dass es infolge der vorgenommenen Absenkung des Grundwassers im Baugebiet eine Austrocknung der Riedflächen im Glattenriet festgestellt habe. Bei mehreren Besichtigungen durch den Vorstand hat sich die Feststellung bestätigt. Nach einer intensiven Abklärungsphase, u.a. auch mit dem BUWAL, reichte der Vorstand am 3. Juni 2002 beim Statthalteramt Uster und bei den Bau- und Volkswirtschaftsdirektionen des Kantons Zürich einen Antrag auf Erlass eines sofortigen Baustopps ein. Begründet wurde der Antrag damit,
· dass es sich beim Werriker-/Glattenriet um ein Biotop von nationaler Bedeutung handelt,
· dass eine Absenkung die Flora und Fauna des Flachmoores von nationaler Bedeutung gefährde und
· dass innerhalb des Naturschutzgebietes ohne Bewilligung eine Leitung verlegt worden sei.
 
Der sonst eher zurückhaltende Zürcher (ZVS) und der Schweizer Vogelschutz (SVS) unterstützten die Bemühungen der GNVU mit gleichlautenden Eingaben an die zuständigen Behörden.
 
Bereits am 18. Juni 2002 ordnete das Kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) Massnahmen zur Verbesserung der Grundwassersituation in der Loren an. Die Pumpen mussten abgestellt werden. Das Statthalteramt stellte aufgrund der Anzeige der GNVU fest, dass die Verlegung der Leitung gegen das Eidgenössische Natur- und Heimatschutzgesetz verstossen habe.
 
Durch das rasche und konsequente Eingreifen der GNVU konnte Schlimmeres verhindert werden und auf grund des über die Region hinaus bekannt gewordenen Aufschreis handelten die zuständigen Behörden konsequent und im Sinne der Anträge der GNVU.
 
Die Schweiz besitzt zwar die besten Gesetze. Wenn sie aber nicht durchgesetzt werden, nützen sie nichts. Der Vollzugs-Notstand beim Naturschutz ist enorm. Bei einigen krassen Fällen können die örtlichen Naturschutzvereine rechtzeitig eingreifen und so auf den offensichtlichen Notstand aufmerksam machen, auch wenn sie sich bei der Ergreifung der ihnen zustehenden Rechtsmittel nicht beliebt machen.

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2. Teilrevision des regionalen Richtplanes in Werrikon

Die Planungsgruppe Zürcher Oberland (PZO) legte Mitte März 2002 eine Änderung des Regionalen Richtplanes öffentlich auf. Darin schlägt die PZO auf Antrag des Stadtrates von Uster eine Aufhebung der Zürichstrasse zwischen Werrikon und der Einmündung des geplanten Nordzubringers in die Zürichstrasse vor. Als Ersatz dafür soll die Werrikerstrasse zu einer regionalen Strasse aufklassiert werden.


Skizze: Neue Strassenführung, Vorschlag der PZO für die Revision des Regionalen Richtplanes (Anzeiger von Uster)

Der GNVU-Vorstand hat am 15. März 2002 eine Einwendung gegen diese Änderung erhoben mit den Anträgen

- auf die Aufklassierung der Werrikerstrasse zu verzichten,
- die Werrikerstrasse im Abschnitt zwischen den Einfamilienhäusern am Fusse des Tännbergs und der Winterthurerstrasse für den allgemeinen Fahrverkehr zu schliessen,
- auf die Abklassierung der Zürichstrasse zwischen Werrikerstrasse und dem geplanten Westzubringer zu verzichten und
- den Bahnübergang Werrikon im heutigen Zustand aufrechtzuerhalten, insbesondere als wichtigen, organisch gewachsenen Übergang für Radfahrer.

Mit dem bei einer Aufklassierung unvermeidlichen Ausbau der Werrikerstrasse und der Umleitung des Verkehrs über diese Strasse würde das Werriker-/Glattenriet in unzumutbarer Weise beeinträchtigt. Das Inventar 1997 „Amphibien und ihre Lebensräume in Uster“ der Stadt Uster führt das „Verbreitungsgebiet Hoperenriet– Werrikerriet– Glattenriet“ als einen der fünf Räume mit besonderer Bedeutung für Amphibien auf Ustermer Gemeindegebiet auf. Im Inventar wird darauf hingewiesen, das der ausgedehnte Raum von der Werrikerstrasse durchschnitten werde und die Vernetzung der Riedgebiete keineswegs optimal sei. Die Gutachter fordern mit hoher Priorität die Verbesserung der Vernetzung zwischen Werriker-/Glatten- und Hoperenriet.
Genau diese nötige Vernetzung würde mit dem Änderungsvorschlag in ihr Gegenteil verwandelt. Der Riedkomplex „Werriker-/Glattenriet“ würde vom Naturraum „Feuchtgebiete Hoperen“ abgeschnitten und zu einer von Bahnlinie, Gestaltungsplangebiet Loren und ausgebauter Werrikerstrasse eingerahmten Insel. Die Tierwelt nördlich der Bahnlinie erlitt schon durch den Bau der Umfahrung Uster unglaubliche Verschlechterungen, indem ihr Lebensraum von einer harten West-Ost-Linie praktisch entzweigeschnitten wurde. Insbesondere wurden damals die Amphibien des Hoperenrietes von ihrem „Hinterland“, dem Waldgebiet des Näniker-/Werrikerhardes abgeschnitten. Mit dem Ausbau der Werrikerstrasse würde ein weiterer Querriegel gelegt, der durch Verbreiterung, Mehrverkehr und grössere Geschwindigkeiten ausschliesslich negativ wirken würde.
Dem im Internet einsehbaren Entwurf zu einer kantonalen Lebensraumpotenzialkarte ist zu entnehmen, dass der Biotopverbund der Feuchtgebiete „Hoperen“ und „Werriker-/Glattenriet“ eine ausser durch die Umfahrung Uster wenig gestörte, für kantonale Verhältnisse grossräumige Einheit mit allerbestem Potenzial für eine generelle Aufwertung sowie für eine Verbesserung der Vernetzung bildet. Die vorgesehene Strassenplanung würde diesem zukunftsgerichteten positiven Gestaltungswillen des Kantons Zürich diametral entgegen laufen.
 
Die PZO-Delegiertenversammlung stimmte am 27. November 2002 der Teilrevision unerklärlicherweise diskussionslos und einstimmig zu.

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3. „Silberweide“ (oberer Greifensee)

Der GNVU-Vorstand führte intensive Gespräche mit der Greifenseestiftung und mit dem Kantonalen Amt für Landschaft und Natur (ALN), um zu erreichen, dass in der Silberweide kein unerwünschter Attraktivitätspunkt entsteht. Es sieht so aus, dass die Gespräche zum Ziel führen könnten. Die Stiftung und der Kanton Zürich sind heute der Auffassung, die Ideen der GNVU seien realistisch und geeignet, die Silberweide zurückzubauen und eine Aussenstation des vielleicht in der „Unteren Farb“ entstehenden Naturzentrums in Uster zu errichten. Der grösste Teil des ehemaligen Streichelzoos soll renaturiert werden.
 
Auf dem Areal des bestehenden Parkplatzes, der sich in der Erholungszone befindet, könnte ein einfacher Holzunterstand für Gruppenarbeiten, allenfalls kombiniert mit einem zweiten Beobachtungsturm, gestaltet werden. Auch eine einfache Feuerstelle ist durchaus denkbar.

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4. Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster (Stand der Vorarbeiten)

Die sich in städtischem Besitz befindliche „Untere Farb“ in Uster ist nicht mehr für eine städtische Nutzung vorgesehen. Die Stadt beabsichtigt deshalb, das Gebäude (Wohnteil und Scheune) zu veräussern oder abzugeben. Der Zürcher Heimatschutz hat Mitte Jahr der Stadt Uster und dem Kanton Zürich seine Offerte zur Übernahme des Gebäudes erneut bekräftigt. Leider sind keine Fortschritte erzielt worden. Die Liegenschaft eignet sich aus unserer Sicht hervorragend als Naturzentrum. An der Natur Interessierte könnten sich im Stadtzentrum informieren und anschliessend mit den VZO-Bussen nach Niederuster und Riedikon an den See und ins Riet fahren.

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5. Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten

2002 wurden folgende Einzelpersonen aus Uster ausgezeichnet:

- Familie Anton und Caroline Steinmann, Pündtstrasse 3, 8610 Uster
- Agatha und Hans Betschart, Gschwaderstrasse 69, 8610 Uster
- Brigitte Lang, Höchistrasse 2a, 8610 Uster
- Felix und Elisabeth Agosti-Maurer, Tägerackerstrasse 16, 8610 Uster
- Karl Fanti, Buchhaldenstrasse 13, 8613 Nossikon
- Christian Schmutz, Heusbergstrasse 5, 8614 Sulzbach

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6.  ZugvogeltageDen Eisvogel gleich dreimal gesehen

Am Zugvogeltag vom 5./6. Oktober 2002 wurden am Greifensee Vogelbeobachtungen durchgeführt.
Welch ein Gegensatz: Am Samstag war es der Schweiss, der in den Augen brannte, am Sonntag das Regenwasser, das in Strömen über die optischen Gerätschaften rann und den Vogelkundlern die Sicht behinderte. Sowohl der drückende Föhn am Samstag als auch der Dauerregen vom Sonntag waren nicht gerade die idealen Wetterverhältnisse für die Zugvogelbeobachtung am Greifensee. Stattgefunden hat dennoch beides, der Zug der Vögel in Richtung Süden wie auch der diesjährige internationale Zugvogelbeobachtungstag vom Wochenende. Allein in der Schweiz an 50 Standorten, richteten Fachleute und Laien ihre Blicke gegen den Himmel, um Zeuge der alljährlich stattfindenden lautlosen Flugschau zu werden.

Für einen Vogelzug war es zu schön

Am Samstag waren es im Schwerzenbacherriet Ernst Kistler und Günther Gelpke von der Iglu Volketswil (Interessengemeinschaft Landschaft und Umwelt) und Hans-Ueli Dössegger von der AWS (Arbeitsgemeinschaft Wohnliches Schwerzenbach), welche für die Erkennung und Registrierung der Vögel sowie für das Erklären des Geschehens zur Verfügung standen. Während dank schönstem Wetter und daher zahlreichem Publikum auf der Aussichtskanzel am Schwerzenbacher Ufer ein reger Betrieb herrschte, waren die Bewegungen in der Luft eher flau. Der Himmel kann für den Vogelzug und vor allem für die Beobachtung desselben eben auch zu blau sein.

Dies zeigte sich vor allem bei den Greifvögeln. Diese zogen teilweise so hoch über das Schwerzenbacherriet und den See hinweg, dass nur geübte Augen sie ausmachen konnten. Entsprechend war es nicht immer leicht, diese den Besuchern «vorzuführen». Sobald hingegen weisse Wolken am Himmel standen, konnte man davor Gruppen von Mäusebussarden und paarweise Rotmilane kreisen sehen. Wenn diese genug an Höhe gewonnen hatten, nahmen sie die nächste Gleitstrecke in Richtung Südwest in Angriff.
 
Viele Haubentaucher
 
Da waren die über 130 Haubentaucher, die sich in der Seeschutzzone ungestört dem Nahrungserwerb widmen konnten, schon einfacher vor die Linse der Fernrohre zu kriegen. Mit 30-facher Vergrösserung konnte man das Treiben aus grosser Distanz beobachten. Bis Mitte November werden die Zahlen der beobachteten Wasservögel – 50 Tafelenten, 30 Reiherenten, 200 Kormorane – noch stark anwachsen. Diese und andere Wasservogelarten gehören eben auch zu den Zugvögeln, nur dass bei diesen der Zug hoch im Norden beginnt und bereits in unseren Breiten endet, wo sie den Winter verbringen werden.
 
Populationsverschiebungen

 
Nun gibt es auch verschiedene Vogelarten, bei denen der Zug gar nicht so einfach wahrnehmbar ist. Dazu gehört das jedermann bekannte Rotkehlchen. Während «unsere» Rotkehlchen den Winter in Spanien verbringen, tun dies ihre Artgenossen aus Skandinavien bei uns. So verschieben sich grosse Populationen der einzelnen Vogelarten als Ganzes nach Süden. Wir glauben dann fälschlicherweise, immer die gleichen Vögel bei uns im Garten zu beobachten. Anders sieht es bei den Insekten fressenden Singvögeln aus. Der Mangel an genügender Nahrung im Winter lässt diese im Herbst vom Norden Europas bis ins südliche Afrika ziehen. Auf ihrer alljährlichen Migration sind die Vögel dabei auf Rastgebiete angewiesen und zwar sind sie je nach Art auf ganz bestimmte Lebensräume spezialisiert. So konnten zum Beispiel am Samstag mehrere der seltenen Beutelmeisen beobachtet werden, die, an den Schilfrohren hängend, Insekten aufpickten. Beutelmeisen sind wie andere Röhrichtbewohner auf intakte Schilfuferzonen angewiesen, wie sie der Greifensee an den beiden Enden noch aufweist.

Staunen ob des Eisvogels

Eine spezielle Vogelart sorgte für begeisterte Reaktionen unter den Beobachtern. Das Juwel Eisvogel zeigte sich gleich dreimal, im schnellen, gestreckten Flug dem Ufer entlang. Der Eisvogel gehört allerdings zu den Standvögeln, das heisst er bleibt den Winter über bei uns. Weiter war wiederholt ein Baumfalke auf der Jagd nach Libellen zu sehen.

Eisvogel gezeichnet
Eisvogel

Riedikerriet: Warten auf Besucher

Und dann folgte der Wetterwechsel in der Nacht zum Sonntag. Bis in den Nachmittag hinein goss es Bindfäden. Dabei standen Stefan Kohl, Daniel Hardegger und André Minet von der GNVU im Riedikerriet bereit, um die erwarteten, verständlicherweise jedoch lange Zeit ausbleibenden Besucher auf dem dortigen Beobachtungsturm zu empfangen. Wenige Personen waren daher Zeugen, als ein Eisvogel, zwei Rohrweihen, 23 Kiebitze sowie Rauchschwalben und Wasserpieper auftauchten.

Erst nach 15 Uhr lichteten sich die Wolken, und die Zahl der Besucher und der Zugvögel nahm zu, Letztere naturgemäss in grösserem Masse. Beim ersten Silberstreifen im Westen ging es los: Ringeltauben, in beeindruckenden Schwärmen von 100 bis 500 Individuen, tauchten im Osten am Himmel auf und zogen in Richtung Westen, wo sie hinter dem Pfannenstiel verschwanden. 1500 Ringeltauben konnten insgesamt notiert werden. Plötzlich waren auch Trupps von Buchfinken, Erlenzeisigen und andere Arten in der Luft. Zum Teil konnten die Trupps von Kleinvögeln vor dem immer noch grauen Himmel auch nicht genauer bestimmt werden. Eine einsame Trauerseeschwalbe im Jugendkleid, das heisst geboren in diesem Jahr, flog während der ganzen Beobachtungszeit über der Riedikerbucht. Dieses Exemplar wurde seit Tagen am Greifensee beobachtet. Das bedeutet, dass dieser elegante Vogel einen mehrtägigen Halt auf seiner Reise von Osteuropa in die Mittelmeerregion bei uns eingelegt hat. Eine verwandte Art, die Flussseeschwalbe, von der dieses Jahr am Greifensee 18 Paare auf den künstlichen Brutflossen gebrütet haben, ist mitsamt seinen Nachwuchs bereits im September zu der gewaltigen Reise bis an die Südspitze von Afrika aufgebrochen.

Sichtungen werden ausgewertet

Die Anzahl beobachteter Arten und Individuen wurden von den Beobachtungsposten jeweils am Abend an die nationalen Koordinationsstellen, in der Schweiz an den Schweizer Vogelschutz, gemeldet. Hier wurden die Daten gesammelt und an BirdLife international weitergemedet.

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7. Invasive Pflanzen

7.1 Ausgangslage

Invasive Pflanzen tragen weltweit zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Unter diesen Pflanzen findet man oft invasive Neophyten, d.h. in der Neuzeit (nach ca. 1500) aus fremdem Gebiet eingeführte Pflanzen, die sich auf Kosten einheimischer Arten massiv ausbreiten. Die Ursachen dieses Verhaltens sind nicht geklärt, zwei Faktoren scheinen jedoch eine wichtige Rolle zu spielen: das Fehlen artspezifischer Schädlinge und Krankheiten im Einführungsgebiet.

In Naturschutzgebieten wie auch in ökologischen Ausgleichsflächen und anderen extensiv oder nicht bewirtschafteten Flächen kommt es zunehmend zu Verlusten an wertvollen Vegetationseinheiten durch die starke Ausbreitung einzelner Pflanzenarten. Diese Verluste führen häufig zu einer Verarmung der Vielfalt an Pflanzen und Tieren und zum Verschwinden von speziellen Lebensgemeinschaften. In Naturschutzgebieten sind dadurch die Schutzziele in Frage gestellt.

Problematische Wirkungen zeigen gemäss Untersuchungen vor allem Arten wie etwa die Goldrute , der Japan-Knöterich , der Riesen-Bärenklau oder das Drüsige Springkraut , die in unseren Regionen immer häufiger auftreten. Diese starke Ausbreitungstendenz einzelner Pflanzenarten verursacht nicht nur im Naturschutz, sondern auch in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gewässerbau Probleme und Kosten: Ertragseinbussen, Verzögerung der Naturverjüngung im Wald, Erhöhung der Erosionsanfälligkeit von Ufern, Einengung der Abflussprofile von Fliessgewässern, um nur einige zu nennen.

7.2 Problempflanzen erkennen und wirkungsvoll bekämpfen

Die zuständigen Behörden von Bund und Kantonen haben die Gefahr der invasiven Pflanzen schon länger erkannt. Sie haben zusammen mit Fachleuten, zum Beispiel der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (CPS/SKEW), sogenannte schwarze Listen erstellt und geeignete Bekämpfungsmassnahmen erarbeitet. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist für dieses Problem noch nicht genügend sensibilisiert. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, denn Artenkenntnis und Wissen über die drohende Gefahr durch invasive Neophyten müssen erst vermittelt werden. Nur so kann die Problematik erkannt und darauf entsprechend reagiert werden. Der Umstand, dass es sich bei den invasiven Arten – die erwiesenermassen negative ökologische Auswirkungen haben und aus der Sicht des Naturschutzes problematisch sind – um rund ein Dutzend Pflanzenarten handelt, macht die Bekämpfung auch nicht einfacher.

Bei der Bekämpfung von Problempflanzen-Beständen ist blinder Aktionismus fehl am Platz. Mangelnde Kenntnis der Arten, insbesondere ihrer Fortpflanzungsbiologie, falsche Methoden und fehlende Kontinuität führen schnell zu grossem Arbeitsaufwand ohne jegliches Resultat oder sogar zur Weiterverbreitung und Förderung der Arten.

Damit ein Einsatz erfolgreich verläuft, ist eine kompetente Planung unter Berücksichtigung aller wichtigen Aspekte entscheidend. Hilfestellung dazu bieten naturkundliche Fachpersonen oder die kantonale Fachstelle Naturschutz. In überkommunalen Naturschutzgebieten ist eine Absprache mit der Fachstelle Naturschutz notwendig. Bei geplanten Massnahmen an Gewässern und im Wald ist mit den zuständigen Behörden Rücksprache zu nehmen: Gemeinden resp. Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL, Abteilung Wasserbau, Sektion Gewässerunterhalt) und Amt für Landschaft und Natur (ALN, Abteilung Wald).

Separate Merkblätter, welche die Art, deren Biologie sowie Ziele und Methoden der Bekämpfung beschreiben, können bei der Fachstelle Naturschutz oder beim Zürcher Vogelschutz bezogen werden. Sie sind auch in den Websites einsehbar und können heruntergeladen werden. Dort findet man auch Links zum Themenbereich Problempflanzen – Neophyten.

www.naturschutz.zh.ch und www.zvs.ch

 

7.3 Situation in Uster

Wir haben in den letzten Jahren (2002 erstmals gezielt) die Gemeindefläche von Uster nach den folgenden Neophyten abgesucht und erste Massnahmen ergriffen:

Die Goldrute ist bereits weit verbreitet. Sie gedeiht auf Ruderalstandorten (in Kiesgruben, Gärten, Weinbergen) und in extensiv oder ungenutzten Flächen (Mager- und Riedwiesen, an Strassenböschungen, Waldrändern, Brachen etc.). Sie ist zum Problem in einigen Kiesgruben und Naturschutzgebieten geworden, wo sie grossflächig dominiert und andere Pflanzen zurückgedrängt hat.

Der Japan-Knöterich breitet sich sowohl an trockenen, sonnigen, sowie an schattigen und feuchten Standorten aus. In Uster haben wir bisher vier mittelgrosse Bewuchszonen eruiert – alle im Siedlungsgebiet.

Das Drüsige Springkraut besiedelt hauptsächlich Uferbereiche an Bachläufen, trockene Wiesen und Waldpartien. Bereits hat das Drüsige Springkraut Bereiche der Ustermer Aa, eine ganze Waldpartie, Teile eines Feuchtgebietes und einzelne Gärten besiedelt. Die Zunahme des sich über Gewässer schnell verbreitenden Springkrautes ist besorgniserregend.

Der Riesen-Bärenklau besiedelt Ödland, Gärten, Wegränder, Bachläufe, Siedlungsraum und Waldpartien. Schon in fast allen Teilen Usters konnte der Riesen-Bärenklau, wenn auch in kleineren Beständen, Fuss fassen. Demnach konnten wir schon über dreissig verschiedene Standorte lokalisieren.

7.4 Konkrete Massnahmen für Uster

Ziel der Bekämpfungsmassnahmen ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Region. Insbesondere in Naturschutzgebieten muss dem ungehinderten Ausbreiten der Neophyten Einhalt geboten werden. Hierzu empfiehlt sich ein Massnahmeplan und die Zusammenarbeit mit Fachleuten, Behörden, Eigentümern und Bewirtschaftern.

Eine Massnahmenplanung umfasst folgende Punkte:
· Informieren: Eigentümer, Bewirtschafter, zuständige Behörden, Bevölkerung.
· Verbreitungsbiologie und Bekämpfungsmethoden abklären: Als Hilfestellung dazu liegen Einzelmerkblätter zu bestimmten Arten vor.


Riesen-Bärenklau – Bild gross

Die Berührung mit dem Riesen-Bärenklau (und normales Sonnenlicht) führt zu schwersten Verbrennungen mit fünfliebergrossen oder grösseren Brandblasen, einer langwierigen Heilung und hässlicher Vernarbung!


· Prioritäten setzen und Ziele festlegen: Welche Schutzziele bestehen für das Gebiet (z.B. Schonung von Brutvogelvorkommen, Erhalt seltener Vegetationseinheiten)? Welche Schutzziele sind prioritär? Welche Veränderungen ruft die Art im Gebiet hervor? Soll die weitere Ausbreitung der Problempflanze verhindert oder der gesamte Bestand beseitigt werden? Rechtfertigt der angestrebte Nutzen den zu erwartenden Aufwand?

7.5 Wir brauchen Ihre Hilfe!

Das Problem der Neophyten betrifft alle, denn sicher liegt jedem von uns eine intakte und vielfältige Natur am Herzen.

Sind die Standorte der Problempflanzen erst mal entdeckt, so fängt die meist langwierige und aufwändige Bekämpfung an. Über Jahre hinweg müssen mit grösster Sorgfalt und Regelmässigkeit Massnahmen ergriffen werden, um die Pflanzen zurückzudrängen. Meist befinden sich bereits ausgiebige Samendepots im Erdreich, welche noch nach vielen Jahren zum Keimen gelangen können.

Viele Hände erreichen mehr! Helfen Sie uns bei der Beseitigung der Pflanzen, denn der Aufwand ist gross und die ideale Zeit der Beseitigung meist kurz. Um einer raschen und unkontrollierten Verbreitung der bedrohlichsten Neophyten zuvorzukommen hat der GNVU-Vorstand beschlossen, Helfereinsätze durchzuführen.

Wenn Sie uns tatkräftig bei der Bekämpfung invasiver Pflanzenarten unterstützen wollen, benutzen Sie den beiliegenden Anmeldezettel oder schreiben Sie uns über E-Mail ( gnvu@gmx.ch ) und teilen Sie uns Ihr Interesse an Einsätzen mit. Wir nehmen dann im Frühjahr Kontakt mit Ihnen auf und informieren Sie genauer über die geplanten Aktionen.

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8. Mitglieder

Die Mitgliederzahl der GNVU hat sich wie folgt entwickelt:

 
* 31. Dez. 1999
*31. Dez. 2000
31. Dez. 2001
31. Dez. 2002
Gönner
3
5
5
7
Ehren-Mitglieder
7
7
7
7
Vorstand
9
9
8
8
Kollektiv-Mitglieder
8
7
7
5
Familien-Mitglieder
119
118
115
113
Einzel-Mitglieder
111
118
107
106
Jugend-Mitglieder
3
2
-
-
Zugewandte
7
5
5
5
Total
267
271
254
251

 

* ist nicht Teil des Jahresberichtes 2002, war im Jahresbericht 2000, resp. 2001 abgedruckt

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9. Vorstand

Der Vorstand der GNVU setzte sich 2002 wie folgt zusammen:

Präsident:
Paul Stopper, Falmenstrasse 25, 8610 Uster

Vizepräsident, Amphibienschutz:
Stefan Kohl
, Seestrasse 107, 8610 Uster

Aktuariat:
Markus Ambühl
, Auendörfli 58, 8617 Mönchaltorf

Kassier:
Ueli Tschanz
, Seestrasse 107, 8610 Uster

Adressenverwaltung:
André Minet
, Guldenenstrasse 2, 8610 Uster

Fledermausschutz:
Daniel Hardegger
, Falkenstrasse 10, 8610 Uster

Schwalben und Mauersegler, Nistkästen, Materialverwaltung, Bibliothek:
Hans Stopper
, Seeblickstrasse 6, 8610 Uster

Riet- und Heckenpflege:
Ernst Weber
, Zelgstrasse 8, 8610 Uster

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