Jahresbericht 2001
der Gesellschaft für Natur und Vogelschutz Uster, GNVU

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2. Weitere Aktivitäten
2.1. „Silberweide“ (oberer Greifensee)
2.2. Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster 
2.2.1. Zürcher Heimatschutz als möglicher Käufer des Schutzobjektes
2.2.2. Naturzentrum im Scheunenteil
2.2.3. „Erlebnisraum Greifensee“ in der „Unteren Farb“
2.2.4. Gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln
2.2.5. Partner
2.2.6. Finanzierung
2.3. Delegiertenversammlung des Zürcher Vogelschutzes in Uster
2.4. Schenkung eines Grundstückes am Greifensee
2.5.

Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten

2.6. Naturnähe auf CD-ROM dokumentiert
2.7. Rekurs zugunsten von Bäumen am Aabach
   

2.1.

„Silberweide“ (oberer Greifensee)

Nachdem der Streichelzoo aufgehoben und das Gelände vom Kanton übernommen worden ist, setzte sich die GNVU dafür ein, dass die Bestimmungen der Greifensee-Schutzverordnung vom 3. März 1994 für diesen Teil eingehalten werden: Das gesamte ehemalige „Zoogelände“ befindet sich in der Landschafts-schutzzone III A. Diese Zone „dient der ungestörten Erhaltung der landschaftli-chen Eigenart und Vielfalt des Gebietes. Die Zone III A soll zum Schutze des Landschaftsbildes von weiteren Bauten und Anlagen freigehalten werden.“. „In der Zone III A sind alle Tätigkeiten, Vorkeh-ren und Einrichtungen verboten, welche mit dem Schutzziel unvereinbar sind oder das Landschafts-bild beeinträchtigen könnten. In der Zone III A sind zusätzlich verboten: das Errichten von oberirdi-schen Bauten und Anlagen aller Art, Geländeveränderungen und Ablagerungen aller Art.“ (Art. 4.3 der Schutzanordnungen).
Die Greifenseestiftung vertrat bis Ende 2001 die Meinung, dass ein Teil der widerrechtlich erstellten Gebäude weiter benützt werden sollen und ein eigentlicher Erholungspark mit Weiherchen, Wegen, einem Kiosk mit Toiletten und weiteren Publikumsanlagen erstellt werden sollte. Der GNVU-Vorstand vertritt dagegen die Ansicht, dass alle Bauten des ehemaligen „Zoos“ – dessen Tierhaltung teilweise ohnehin untolerierbar war und dessen Bauten alle widerrechtlich erstellt worden sind – vom Kanton umgehend entfernt werden. Auf dem bestehende Parkplatz, der sich in der Erholungszone befindet, kann ein einfacher Holzunterstand, allenfalls kombiniert mit einem zweiten Beobachtungsturm, für Gruppenarbeiten erstellt werden. Auch eine einfache Feuerstelle ist durchaus sinnvoll.

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2.2.

Naturzentrum „Untere Farb“ in Uster

Die Aktivitäten der „Greifensee-Stiftung“, die „Silberweide“ trotz ihrer Schutzverordnungs-Unverträglichkeit am Leben zu erhalten und der Widerstand des GNVU-Vorstandes gegen diese Pläne haben den GNVU-Vorstand veranlasst, eine Alternative auszuarbeiten.

2.2.1.

Zürcher Heimatschutz als möglicher Käufer des Schutzobjektes
Die in städtischem Besitz befindliche „Untere Farb“ in Uster ist nicht mehr für eine städtische Nutzung vorgesehen. Die Stadt beabsichtigt deshalb, das Gebäude (Wohnteil und Scheune) zu veräussern oder abzugeben. Das Ensemble ist unter Denkmal-Schutz. Die Auflagen sind sehr streng: das Wohnhaus und die Scheune müssen stehen bleiben. Gewerbliche oder geschäftliche Nutzungen des Gebäudekomplexes kommen kaum in Frage.

„Untere Farb“ in Uster. Bald ein kantonales Naturzentrum?
Foto Hans Stopper, Uster

 

Die Schutzbestimmungen sind eine Chance, das Gebäude einer Nutzung zuzuführen, die der Öffentlichkeit zugute kommt. Die Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz (ZVH) resp. die ihm gehörende Stiftung „Pro Zürcher Haus“ hat sich im September 2000 um den Erwerb der „Unteren Farb“ beworben. Im Februar 2001 hat die Stadt der ZVH-Stiftung mitgeteilt, dass sie zum Gespräch bereit sei. Am 25. April 2001 hat das erste Gespräche zwischen der Stadt Uster und der Stiftung stattgefunden. Die zuständige Abteilung der Stadt Uster war zu Verhandlungen mit der ZVH-Stiftung bereit. Die Stiftung sollte bis Ende Mai 2001 der Stadt ein konkretes Angebot mit Nutzungsvorschlä-gen einreichen. Dies geschah fristgerecht. Für den Wohnteil ist aufgrund der Schutzbestimmungen mindestens teilweise die Nutzung vorgegeben (je eine Wohnung im 1. und 2. Obergeschoss). Die Nutzung des grossen Daches und des Erdgeschosses des Wohnteils ist noch nicht bestimmt.

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2.2.2.

Naturzentrum im Scheunenteil
Der GNVU-Vorstand arbeitete im April 2001 zusammen mit dem Zürcher Heimatschutz den Vorschlag für ein „Naturzentrum“ im Scheunenteil der „Unteren Farb“ aus. Mit den Verhandlungen der ZVH-Stiftung und der Stadt Uster öffnet sich möglicherweise die grosse Tür für eine zukunftsweisende Lösung.

2.2.3.
„Erlebnisraum Greifensee“ in der „Unteren Farb“
Die Grundidee des Vorschlages „Naturzentrum“ in der „Unteren Farb“ ist, die Menschen für die Natur zu begeistern, wo sie sich in der Regel aufhalten, nämlich Wohn- und Arbeitsplatz oder wohin sie jederzeit ohne Probleme hinkommen. Im Zentrum von Uster kann jederzeit etwas gezeigt werden, ohne dass die Leute gleich zum Greifensee gehen müssen.
2.2.4.
Gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Ein genaues Konzept liegt noch nicht vor. Es sind aber sicher Ausstellungs- und Experimentierräume nötig. Im Zentrum sollen die Grundkenntnisse vermittelt werden. Vom Naturzentrum zu den Orten im Gelände (Beobachtungsturm am Mönchaltorfer Aaspitz, Niederustermer Aabacheinmündung) können mit dem öffentlichen Verkehrsmittel gut erreicht werden (ab Haltestellen Stadtpark, resp. Bahnhof). Möglicherweise könnte das Naturzentrum zu einer seit langem gewünschten Ausdehnung des Busnetzes in der Region Uster führen.
2.2.5. Partner
Ein Naturzentrum muss mit mehreren Partnern zusammen vorangetrieben werden. Mögliche Partner sind:
• Stadt Uster
• Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz (ZVH), vertreten durch Stiftung „Pro Zürcher Haus“
• Zürcher Vogelschutz (ZVS) und Regionalsektionen
• Schweizer Vogelschutz (SVS)
• Greifensee-Stiftung, Gemeinden um den Greifensee
• Verband zum Schutze des Greifensees
• Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster (GNVU)
• Kanton Zürich, Amt für Natur und Landschaft, Fachstelle für Naturschutz
2.2.6.

Finanzierung
Durch den Einbezug des Kantons könnte er zu einem wichtigen Finanzträger werden (Fachstelle Naturschutz, Fonds für gemeinnützige Zwecke, etc.). Wenn der Kanton mitmacht, ist auch eine finanzielle Beteiligung der Stadt Uster aussichtsreich, da sie ein Interesse an einer publikums- und werbewirksamen Nutzung der „Unteren Farb“ haben wird.
Die ZVH und die übrigen gemeinnützigen Institutionen hätten sich finanziell nur marginal zu beteili-gen. Das Management würde ihnen jedoch weiterhin obliegen. Auch der Betrieb scheint mit einem Naturzentrum finanzierbar zu sein (Kanton, Greifensee-Stiftung, Stadt Uster in Kombination mit Kulturaktivitäten).
Gespräche mit allen Partnern (Kanton, Greifenseestiftung, Zürcher Vogelschutz) fanden statt. Von der Stadt Uster ist bisher kein Echo erfolgt.

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2.3.

Delegiertenversammlung des Zürcher Vogelschutzes in Uster

Die GNVU organisierte am Samstag, 17. März 2001 die 73 Delegiertenversammlung des Zürcher Vogelschutzes (ZVS) in Uster. Das angebotene Rahmenprogramm am Morgen beinhaltete drei Exkursionen: Oberer Greifensee unter der Leitung unseres Vorstandsmitgliedes Stefan Kohl, im Jungholz/Aaspitz unter der Leitung von Vorstandsmitglied Daniel Hardegger und eine Stadtwande-rung mit dem Dübendorfer Biologen Daniel Winter. Die ca. 100 Teilnehmer aus dem ganzen Kanton Zürich waren von der Vielfalt der Ustermer Naturpräsentation begeistert. Allen Helfern sei an dieser Stelle ganz herzlich für den Einsatz gedankt.

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2.4.

Schenkung eines Grundstückes am Greifensee


Rosmarie und Arthur Spörri-Stadler haben der Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster an der Aabachmün-dung in Niederuster ein Stück Naturwald geschenkt
Foto: Hans Stopper

 
 
Das in Kanada lebende Ehepaar Rosmarie und Arthur Spörri-Stadler hat unserer Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz ein Grundstück an der Aabachmündung in Niederuster geschenkt. Es handelt sich um 5'313 m2 Naturwald. Der Schenkungsvertrag wurde am 1. November 2001 auf dem Grundbuchamt öffentlich beurkundet. Damit der Vertrag rechtsgültig wird, muss er gemäss Statuten von der Generalversammlung genehmigt werden. (Das ist an der GV 2002 vom 21. März 2002 auch geschehen).
Für die GNVU ist es eine besondere Ehre, dass sie das Grundstück von den direkten Nachkommen des damaligen verdienstvollen Gemeindepräsidenten Dr. Emil Stadler zum Schutz und zur Pflege übernehmen darf. Dr. Emil Stadler ist der Vater des Schutzes der Greifenseeufer vor Überbauungen.
 


Das Halbinseli (links vom Kanal) ist nun Eigentum der Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster
Foto: Hans Stopper

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2.5.

Auszeichnung naturnaher Umgebungsanlagen und Gärten

Der Vorstand der GNVU hat 1994 beschlossen, jedes Jahr Auszeichnungen an Institutionen, Einzelpersonen und Grundeigentümer zu verleihen, welche Umgebungsanlagen und Gärten nach naturnahen Kriterien gestalten und pflegen. Den Ausgezeichneten wird eine Urkunde überreicht. Die jährlichen Auszeichnungen sollen die positiven Bestrebungen aktiv unterstützen. Der „Wettbewerb“ findet sehr guten Anklang und die ausgezeichneten Institutionen und Personen freuen sich sehr über diese Anerkennung.
Traditioneller Ort des Naturschutzes ist im Verständnis der Bevölkerung die freie Landschaft. Dabei geht oft vergessen, dass auch die Siedlungsentwicklung wesentlich zur Verkleinerung von Lebens-räumen und zur Verdrängung von Tier- und Pflanzenarten beiträgt. Doch nicht nur die weitgehende Versiegelung des Bodens, vor allem durch Asphalt, sondern zusätzlich die oft sehr naturfremde Gestaltung von Grünflächen in Siedlungsgebieten haben viele Tier- und Pflanzenarten verdrängt.
Gelegentlich kann die Auszeichnung auch dazu dienen, einem kritischen, ja ablehnenden Nachbarn zu „beweisen“, dass die „Wildheit“ seines Gartens oder seiner Freifläche Anerkennung findet und lobend hervorgehoben wird.

2.5.1.

Auszeichnungen 2001
2001 wurden folgende Institutionen und Einzelpersonen aus Uster ausgezeichnet:
• Alterssiedlung Sonnental in Uster, Sonnentalweg 8, 8610 Uster (Erika und Janos Kasai)
• Ulrich Zimmermann, Rigiblick 6, 8620 Wetzikon, für das Grundstück Unterbühlenstrasse 14 in Uster
• Urs Sägesser, Neuhof, 8615 Wermatswil und die Planerin Silvia Ganther, Land-schaftsökologie, Bergweidstrasse 16, 8330 Pfäffikon
2001 wurden erstmals auch „auswärtige“ Gartenbesitzer ausgezeichnet:
• Walter und Gisela Geiser, Bundtacherstrasse 11, 8127 Forch
• Dr. Georg Lütolf, Föhrenweg 6, 8121 Bengeln

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2.6.

Naturnähe auf CD-ROM dokumentiert

Unser Vorstandsmitglied André Minet hat im Laufe der Jahre 2000/2001 im Auftrag der GNVU und der Stadt Uster eine Dokumentation über die von der GNVU seit 1994 ausgezeichneten Gärten und Umgebungsanlagen erstellt. Die erstellte Information kommt in farbiger Aufmachung in Heftform und als CD-ROM daher. Jedes der ausgezeichneten Objekte ist auf einer ganzen Seite beschrieben und hervorragend bebildert. Die Dokumentation kann beim städtischen Planungsamt und in der Stadt- und Regionalbibliothek Uster eingesehen werden.

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2.7.

Rekurs zugunsten von Bäumen am Aabach

 


Diese Eiche wird es schwer haben, zu überleben
Foto Hans Stopper
Der GNVU-Vorstand hat beschlossen, zusammen mit der Zürcherischen Vereinigung für Heimatschutz (ZVH) als beschwerdeberechtite Organisation bei der Baurekurskommission einen Rekurs gegen die Baubewilligung des Stadtrates Uster für einen Neubau an der Wilstrasse beim Wil einzulegen. Bedroht ist ein wertvoller Baumbestand auf dem damals städtischen Grundstück.
Bedauerlicherweise hat die Baurekurskommission den Rekurs abgelehnt und die Kosten von Fr. 5'000.- dem ZVH auferlegt. Der GNVU-Vorstand übernahm diese Kosten, weil der ZVH im Interesse der GNVU handelte.

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