Jahresbericht 2001
der Gesellschaft für Natur und Vogelschutz Uster, GNVU

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1. Aus den GNVU-Veranstaltungen (Auswahl)
1.1. Wasservogel-Exkursion Klingnauer Stausee
Sonntag, 6. Januar 2001
1.2. Besichtigung der Bio-Bäckerei Sundaram
Montag, 12. Januar 2001
1.3. Wohngemeinschaft oder Einzelzimmer
Freitag, 7. September 2001
1.4. Wintergäste am Greifensee
Samstag, 2. Dezember 2001
1.5.

Den Eisvogel gleich dreimal gesehen
Zu den Zugvogeltagen vom 6. und 7. Oktober 2001 wurden am Greifensee Vogelbeobachtungen durchgeführt

   
2. Weitere Aktivitäten

1.1.

Wasservogel-Exkursion Klingnauer Stausee
Sonntag, 6. Januar 2001

Durch die Stauung der Aare vor ihrer Mündung in den Rhein im Jahre 1895 wurde dem einst gefürch-teten Fluss die Kraft und Wildheit genommen. Der Klingnauer Stausee ist heute ein rund drei Kilome-ter langer künstlicher See, der sich mitunter durch seine fortlaufende Verschlammung zu einem Zugvogelparadies entwickelt hat. Der Stausee ist für viele Wat- und Wasservögel ein Überwinterungs- und Durchzugsgebiet von internationaler Bedeutung.
Dem Zug entstiegen in Koblenz 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vereine IGLU-Volketswil, Naturschutzverein Dübendorf und der GNVU. Sie alle wollten sich die Freude trotz Dauerregen und kaltem Klima nicht nehmen lassen und machten sich auf den Weg. Es gelangen denn auch eindrück-liche Beobachtungen, und Arten wie Eisvogel, Spiessente, Kiebitz und Brachvogel zeigten sich mit 40 weiteren Vogelarten. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüssten im Anschluss an die Wanderung den Restaurantbesuch und wurden mit warmen Getränken und nahrhaften Speisen für das lange Ausharren im Freien belohnt.

(Bericht: Daniel Hardegger)
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1.2.

Besichtigung der Bio-Bäckerei Sundaram
Montag, 12. Januar 2001

Mit der Besichtigung von Betrieben, die nach den Richtlinien der Biosuisse (Knospe) produzieren, machen wir regionale Produkte und ihre umweltschonende Herstellung bekannter. Am Montag, 12. Januar, warteten etwa 50 Personen auf die Betriebsbesichtigung vor dem Eingang der Bäckerei. Die MitarbeiterInnen der Backstube und wir Veranstalter wurden vom grossen Interesse überrascht. Die BesucherInnen erfuhren die Besonderheiten der Bio-Bäckerei, wie Produktion des Bio-Getreides oder Mahlen in den Sundaram eigenen Mühlen. Als Höhepunkt kneteten, formten und backten alle ihr eigenes Emmerbrot, das sie zu Hause geniessen konnten.

(Bericht: André Minet)
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1.3.

Wohngemeinschaft oder Einzelzimmer
Freitag, 7. September 2001

Die Fledermausexkursion, welche der Zürcher Vogelschutz in sein Jahresprogramm unter dem Titel „Wohngemeinschaft oder Einzelzimmer“ aufgenommen hatte, lockte an diesem lauen Sommerabend über 60 Interessierte aus dem ganzen Kanton Zürich nach Niederuster. Fledermäuse scheinen zu faszinieren, denn ihre Lebensweise bleibt uns – entgegen derjenigen von Vögeln – weitgehend verborgen. Dies sollte sich für die Anwesenden im Verlauf des Ausfluges noch ändern.
Was Fledermäuse so einzigartig erschienen lässt, ist, dass sie Dinge tun, die andere Säugetiere nicht zu tun vermögen. So machen sie durch ihr Echoortungssystem die Nacht zum Tag und vollbringen akrobatische Flugmanöver, die sogar von Kolibris zu beneiden sind. Die begabten Jägerinnen der Nacht vermochten dies schon vor mehr als 50 Millionen Jahren und haben sich hierdurch eine für andere Arten unantastbare Nahrungsnische geschaffen. Ihre Spezialisierung bezahlen sie aber mit einem hohen Preis. Am Tag müssen die wendigen, hierdurch aber langsamen Flattertiere im Verbor-genen hausen, um sich vor Feinden zu verstecken. Ihre Flugfähigkeit zwingt sie auch zu einem bis zur Perfektion entwickelten, sparsamen Energiehaushalt. Fliegen kostet viel Energie – nicht nur bei den Fledermäusen – und somit verbringen die Tiere ihre lange Ruhephase in einer Art körperlicher Lethargie. Ihre verborgenen Unterschlüpfe sind für uns Menschen kaum auffindbar, obwohl die Fledermäuse mitten unter uns leben. Im Verlauf des Abends kamen die Nachtschwärmer jedoch aus ihren Verstecken und vollführten ihre Jagdflüge vor versammelter Schar. „Was, das sind Abendsegler und keine Vögel?“ War eine der ersten Reaktionen. Meist genügt ein Hinweis oder ein kurzer Tipp, um uns die Augen für Dinge zu öffnen, die sich eigentlich dauernd vor unserer Nase abspielen. So erblickten Gross und Klein an diesem idealen Beobachtungsabend einige Abendsegler, Zwergfleder-mäuse und Wasserfledermäuse. Für Hobbyornithologen war die Krönung dieses Abends die ausser-gewöhnliche Beobachtung eines Nachtreihers aus nächster Nähe.

(Bericht: Daniel Hardegger)
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1.4.

Wintergäste am Greifensee
Samstag, 2. Dezember 2001

Dem traditionellen Dezemberausflug entlang dem Greifensee folgten auch dieses Jahr ein Grüppchen interessierter Vogelfreunde. Man kann sich zuweilen fragen, ob denn am Greifensee nicht schon alles hundertmal erblickt wurde und man sich anderen Gebieten zuwenden sollte. Das mag für die einen zutreffen, langjährige Beobachter der Vogelwelt am Greifensee zieht das schöne Gewässer jedoch immer wieder von neuem an, denn kein Tag ist wie der andere und Spannendes gibt es allemal. Der See ist eine kleine Perle für Wintergäste, so halten sich am und auf dem Greifensee rund 30 Wasser-vogelarten auf, welche zeitweilig eine Zahl von 5’000 Tieren erreichen.
Fündig wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Winterexkursion auch an diesem Tag. Mit über 40 gesichteten Arten (wie Eisvogel, Habicht, Sperber, Gänsesäger, Löffelente etc.) und schönen Einblicken in das Leben vieler gefiederter Gäste aus dem hohen Norden, zog es die Teilnehmenden nach rund zwei Stunden wieder nach Hause in die wohlig warme Stube.

(Bericht: Daniel Hardegger)
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1.5.

Den Eisvogel gleich dreimal gesehen
Zu den Zugvogeltagen vom 6. und 7. Oktober 2001 wurden am Greifensee Vogelbeobachtungen durchgeführt

Welch ein Gegensatz: Am Samstag war es der Schweiss, der in den Augen brannte, am Sonntag das Regenwasser, das in Strömen über die optischen Gerätschaften rann und den Vogelkundlern die Sicht behinderte. Sowohl der drückende Föhn am Samstag als auch der Dauerregen vom Sonntag waren nicht gerade die idealen Wetterverhältnisse für die Zugvogelbeobachtung am Greifensee. Stattgefunden hat dennoch beides, der Zug der Vögel in Richtung Süden wie auch der diesjährige internationale Zugvogelbeobachtungstag vom Wochenende.
Am Samstag waren es im Schwerzenbacherriet Ernst Kistler und Günther Gelpke von der IGLU-Volketswil (Interessengemeinschaft Landschaft und Umwelt) und Hans-Ueli Dössegger von der AWS (Arbeitsgemeinschaft Wohnliches Schwerzenbach), welche für die Erkennung und Registrierung der Vögel sowie für das Erklären des Geschehens zur Verfügung standen. Während dank schönstem Wetter und daher zahlreichem Publikum auf der Aussichtskanzel am Schwerzenbacher Ufer ein reger Betrieb herrschte, waren die Bewegungen in der Luft eher flau. Der Himmel kann für den Vogelzug und vor allem für die Beobachtung desselben eben auch zu blau sein.
Am Sonntag lichteten sich die Wolken erst nach 15 Uhr. Die Zahl der Besucher und der Zugvögel nahm zu, Letztere naturgemäss in grösserem Masse. Beim ersten Silberstreifen im Westen ging es los: Ringeltauben, in beeindruckenden Schwärmen von 100 bis 500 Individuen, tauchten im Osten am Himmel auf und zogen in Richtung Westen, wo sie hinter dem Pfannenstiel verschwanden. 1500 Ringeltauben konnten insgesamt notiert werden. Plötzlich waren auch Trupps von Buchfinken, Erlenzeisigen und andere Arten in der Luft. Zum Teil konnten die Trupps von Kleinvögeln vor dem immer noch grauen Himmel auch nicht genauer bestimmt werden. Eine einsame Trauerseeschwalbe im Jugendkleid, das heisst geboren in diesem Jahr, flog während der ganzen Beobachtungszeit über der Riedikerbucht. Dieses Exemplar wurde seit Tagen am Greifensee beobachtet. Das bedeutet, dass dieser elegante Vogel einen mehrtägigen Halt auf seiner Reise von Osteuropa in die Mittelmeerregion bei uns eingelegt hat.
Die Anzahl beobachteter Arten und Individuen wurden von den Beobachtungsposten jeweils am Abend an die nationalen Koordinationsstellen, in der Schweiz an den Schweizer Vogelschutz, gemeldet. Hier wurden die Daten gesammelt und an BirdLife international weitergemeldet.

(Bericht Hans-Ueli Dössegger, Volketswil; erschienen im Anzeiger von Uster)
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