Jahresbericht 2000
der Gesellschaft für Natur und Vogelschutz Uster, GNVU

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Jahresbericht 2000 (176 kB)

1. Mitglieder
Die Mitgliederzahl der GNVU hat sich entwickelten erfreulich:

 
31. Dez. 1999
31. Dez. 2000
Gönner
3
5
Ehren-Mitglieder
7
7
Vorstand
9
9
Kollektiv-Mitglieder
8
7
Familien-Mitglieder
119
118
Einzel-Mitglieder
111
118
Jugend-Mitglieder
3
2
Zugewandte
7
5
Total
267
271

 

 

2. Veranstaltungen
Von den insgesamt 13 Veranstaltungen greifen wir folgende heraus:

 

Wasservogelbeobachtung Stein am Rhein
Samstag, 8. Januar 2000

Um 9:30 Uhr besammelte sich ein kleines Grüppchen interessierter Vogelkundler am Bahnhof zur Abreise nach Stein am Rhein. Auf dem Weg dorthin stiegen in Nänikon, Schwerzenbach und Dübendorf weitere Teilnehmer zu, so dass wir mit insgesamt 25 Personen an unserem Beobachtungsziel ankamen. Wenn man bedenkt, dass dies aus dem Glatttal die ganze „Ausbeute“ ist, sind wir nicht wirklich begeistert darüber.
Bei herrlichem Winterwetter konnten wir aus nächster Nähe hunderte von Tauch- und Schwimmenten sowie Kormorane und viele weitere Vogelarten beobachten. Wie schon in anderen Jahren war uns auch heuer wieder der prächtige Eisvogel beschert. In der Eschenzer-Bucht versammelten sich ebenfalls wieder hunderte von Wintergästen und sogar ein Silberreiher flog gemächlich an uns vorbei. Der Grünspecht verriet sich durch seinen wellenförmigen Flug und seinen lauten, eindrücklichen Ruf.
Gut gelaunt und rechtschaffen müde fuhren wir am späten Nachmittag zurück und konnten auf einen herrlichen Beobachtungstag zurückschauen.
(Bericht Stefan Kohl)

Ornithologischer Grundkurs
2. Februar – 13 Mai 2000

Leiter und Leiterinnen:Peter Keller, Fränzi Nievergelt, André Minet, Isabelle Flöss
Im Rahmen von vier Vortragsabenden und vier Exkursionen gaben die Kursleiter/innen eine Einführung in die einheimische Vogelwelt, gegliedert in vier Lebensräume (Wasser, Wald, Kulturland/Siedlungsraum und Feuchtgebiete). Das Leben unserer Vögel im Jahreslauf war ein weiterer Themenkreis.
Die Nahrungssuche, das Brüten und die Aufzucht der Jungen beschäftigte genauso wie die Anpassungsfähigkeit der Vögel an einen sich ständig verändernden Lebensraum. Vieles konnte nur gestreift oder angesprochen werden. Die Idee und die Möglichkeiten im Rahmen von acht Veranstaltungen war in erster Linie, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Welt der Vögel zu begeistern.
(Bericht: Peter Keller)

Vogelkundlicher Ausflug ins Kaltbrunner Riet
Sonntag, 30. April 2000

Um 08.45 Uhr trafen sich 13 Vogelliebhaber in Uznach mit Erich Widmer, Tierpräparator, Naturfreund und langjähriger Kenner des Geschehens im Kaltbrunner Riet.
Bei herrlichem Frühlingswetter erfreuten wir uns der vielen belebten Weissstorchnester im Dorf und auf Strommasten an der Linth. Die Graureiherkolonie in der Grynau konnte dank der Fernrohre gut eingesehen werden. Drei Kuckucke präsentierten sich während längerer Zeit in voller Grösse, ein quicklebendiges Grauschnäpperpaar am Entenseelein sorgte für Bewegung der Beobachter. Eine Schwarzkopfmöve wurde von Erich Widmer dank ihres für ihn charakteristischen Rufes aus der grossen Lachmövenwolke optisch herausgeschält und so auch für uns zu einem Höhepunkt. Gewölle eines Eulenvogels konnten betrachtet werden und sogar ein flinkes Wiesel kreuzte unseren Weg.
Zugegeben, die ornithologische Ausbeute mag nicht gewaltig aussehen, wenn man weiss, dass dieses Gebiet zum Teil wahre Leckerbissen für Naturfreunde bereithält. Das Wetterglück, das Gemeinschaftserlebnis und die vielfältigen Hinweise von Erich Widmer liessen drei Stunden aber dennoch im Nu vergehen. Den Heimweg traten wir mit der Aussicht an, dass sich das Riet durch Landabsenkung in absehbarer Zeit stetig vergrössern wird, wie immer häufiger nass stehende Wiesen schon heute anzeigen. Den Naturfreund freut’s, den Agronomen wohl weniger.
(Bericht: Markus Ambühl)

Naturnahe Gärten in Uster
Der Vortrag am 23. März und die Führung zu einigen ausgewählten und in den vergangenen Jahren ausgezeichneten Anlagen am 20. Mai 2000 standen im Zusammenhang mit der Förderung naturnaher Anlagen.
Thomas Winter zeigte in seinem Vortrag auf, dass naturnahe Gestaltung im wahrsten Sinne des Wortes für eine Stadt wie Uster lebensnotwendig sein wird. So hörten die Anwesenden von der Belastung der Umwelt durch konventionelle Anlagen und der Farbenpracht von einheimischen Blumen und Schmetterlingen.
Bei der Begehung der «Gärten» begeisterte Thomas Winter die 20 Staunenden mit seinen mitreissenden Ausführungen. Einige der 28 auf einer CD-ROM dokumentierten Anlagen konnten so mit weiterführenden Erklärungen in schönster Blüte betrachtet werden.
Die CD-ROM liegt in der Stadt-Bibliothek Uster auf.

(Bericht André Minet)


Der Biohof von Ursula Bänninger und Marcel Züllig in Mönchaltorf
Donnerstag, 8. Juni 2000

Busstation „Langenmatt“ in Mönchaltorf - strahlendes, heisses Sommerwetter - Regine Bender und der Exkursions-Leiter Markus Ambühl stehen fröhlich bereit, als Wegweiser zum Hof zu dienen. Der Bus mit Ankunft 18.23 Uhr hält an, kein Mensch steigt aus, die GNVU-Fahne wurde umsonst gehisst. Wer weiss, was in Uster los ist, vielleicht kommt der Ansturm auf den Anlass mit dem folgenden Bus! Der Bus fährt ein, hält, ein paar Leute verlassen ihn auch – niemand will sich um unsere Fahne scharen. Indessen stösst noch Ernst Weber auf seinem Stahlross zu uns. Er suchte schon den Hof auf und sorgte sich um uns.
Wir sorgen uns nun zu Dritt um Ursula und Marcel, die sich auf etwa 30 Leute eingestellt hatten. Was ist zu tun? Nun, es gibt nichts als die Wahrheit, so bitter sie ist: 3 Menschen haben sich aufgemacht, um sich zu informieren, was auf diesem Hof geschieht, welche Probleme die Kühe im Freilaufstall aufgeben, wie das Land bestellt wird, was das Wachstum beeinflusst, wie echte Freilaufhühner aussehen ... .
Die kühle Nacht schleicht sich langsam in den lauen Abend, ein Pullover wäre jetzt nicht übel. Wir verkosten 6 verschiedene Biobrote, herrliche Biowürste, Käse und den süssen Most, geniessen die Gastfreundschaft und unterhalten uns glänzend im Gewusel der drei Jungen. Unsere Scham ist kein Thema, wie der fröhliche Abend zu fünft beweist - Danke Ursula und Marcel.
(Bericht: Markus Ambühl)

Fledermausexkursion
Mittwoch, 23. August 2000

Mehr als 100 Personen fanden sich an diesem warmen Mittwochabend bei der Kläranlage in Niederuster ein, um an der diesjährigen Fledermaus-Exkursion, welche in Zusammenarbeit mit der Greifensee-Stiftung organisiert wurde, teilzunehmen. Zur Einführung sprach Daniel Hardegger vor versammelter Schar einige Worte zur Anatomie, Lebensweise und Artenvielfalt der Flattertiere.
Beim Eindunkeln, noch während dem Referat am Besammlungspunkt, huschten bereits die ersten Fledermäuse über die Köpfe der Besucher. Jetzt wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt und zogen, von Stefan Kohl und Daniel Hardegger angeführt, in die Nacht.
Nachts orientieren sich die Fledermäuse, in dem sie regelmässig Ultraschallrufe ausstossen welche an den Strukturen der Umgebung zurückgeworfen werden. Diese für den Menschen nicht hörbaren Schallwellen werden vom Gehirn zu einem genauen Bild umgesetzt. Auf diese Weise werden auch die Beutetiere lokalisiert und angepeilt. Mittels eines Frequenzgeräts konnten die Expeditionsteilnehmer die hohen Töne wahrnehmen.
In der Region Uster sind bis heute 7 Fledermaus-Arten nachgewiesen worden, in der Schweiz gibt es deren 27. Das schöne Wetter war ideal zur Beobachtung der Flugtiere. Am Exkursionsabend sahen die Teilnehmer die Zwergfledermaus und den Abendsegler am Abendhimmel sowie die Wasserfledermaus in Seenähe.

Rauhhautfledermaus

Anders als Vögel vermögen Fledermäuse den Stillstand in der Luft sowie rechtwinklige Seitenmanöver und sogar den Rückwärtsflug auszuüben. Ihr Flugapparat - lange Finger- und Armknochen und bis hin zu den Hinterbeinen gespannte Flughäute - erlaubt ihnen diese Akrobatik. Die einzigen aktiv, fliegenden Säugetiere der Welt verschlingen bei ihrer nächtlichen Jagd bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Beute. Einen Grossteil der gefressenen Insekten verwerten sie während des Flugs umgehend zu Energie. Denn ohne Kraftaufwand in den Lüften segeln, das können auch sie nicht.
Während des Fluges haben die Tiere eine Körperwärme von beinahe 40 Grad Celsius. In Ruhephase und in der Winterlethargie passen sie sich der Umgebungstemperatur an. Zusätzlich wird Energieverlust durch einen verminderten Herzschlag verhindert.
Alle in der Schweiz lebenden Fledermausarten stehen unter Schutz. Beinahe jeder Kanton verfügt über eine Fledermausanlaufstelle, an die man sich wenden kann, wenn Fragen auftreten oder wenn Hilfe bei der Pflege verletzter Tiere benötigt wird. Gleichzeitig können Fledermausliebhaber der Anlaufstelle ihre Beobachtungen mitteilen. Denn immer noch ist vieles über die Wohnräume, den Winterschlaf und die Verhaltensmuster der Flattertiere unbekannt. Wir werben um Sympathie für die Fledermäuse, welche unseren Schutz mehr als nötig haben.
Insofern darf der Anlass als sehr gelungen bezeichnet werden, da wir vielen Exkursionsteilnehmern einen Einblick in die faszinierende Welt der nächtlichen Flugakrobaten geben konnten. Wer weiss - vielleicht entwickelt sich der eine oder andere Besucher zu einem aktiven Fledermausfan und - schützer.
(Bericht Daniel Hardegger)

Internationaler Zugvogeltag
Sonntag, 1. Oktober 2000

Am Wochenende vom 30. September/1. Oktober organisierte der Schweizer Vogelschutz SVS zusammen mit den Natur- und Vogelschutzvereinen
in ganz Europa den Internationalen Zugvogeltag. Auch unser Verein war mit von der Partie.
Mit dem European BirdWatch wollen BirdLife International und der SVS bei möglichst vielen Menschen das Interesse an Vögeln, deren Lebensraum und Schutz wecken. Insgesamt wurde an 47 Beobachtungsständen in der ganzen Schweiz an besagtem Wochenende nach Vögeln Ausschau gehalten.
Unser Stand wurde am Sonntag beim Beobachtungsturm Riediker-Rälliker-Riet am oberen Greifenseeufer aufgestellt. An diesem einzigen Tag konnten von diesem einen Ort aus über 1800 Vögel gezählt werden.
Da das Wetter in diesem Jahr schön war, kamen sehr viele Besucher an unserem Stand vorbei und interessierten sich für das Phänomen Vogelzug. Es war ein gelungener Anlass.
(Bericht Stefan Kohl)

Wintergäste am Greifensee
Samstag, 3. Dezember 2000

Bei trockenem und nicht allzu eisigem Wetter trafen wir uns bei der Schifflände in Niederuster. Gleich beim Treffpunkt sahen wir - leider etwas undeutlich - einen Habicht. Wir konnten während dem zweistündigen Spaziergang Richtung Aabach-
Mündung immerhin Gänsesäger, Kormorane und
sogar einen Eisvogel beobachten. Auch ein Trüppchen Schwanzmeisen und eine einzige Schnatterente inmitten von Reiher- und Stockenten liess sich sehen. Inzwischen kroch uns die Kälte doch langsam unter die Haut, so dass wir uns gegen 11.00 Uhr verabschiedeten, um der wohligen Wärme des Wohnzimmers entgegen zu eilen
(Bericht: Peter Keller)

Auch solche Exkursionen gab es.....
(Zeichnung Richard Ruh)

3. Vorstand
Der Vorstand der GNVU setzte sich 2000 wie folgt zusammen:

Präsident:
Paul Stopper, Falmenstrasse 25, 8610 Uster

Vizepräsident, Amphibienschutz:
Stefan Kohl
, Seestrasse 107, 8610 Uster

Aktuariat:
Markus Ambühl
, Auendörfli 58, 8617 Mönchaltorf

Kassier:
Ueli Tschanz
, Seestrasse 107, 8610 Uster

Adressenverwaltung:
André Minet
, Guldenenstrasse 2, 8610 Uster

Fledermausschutz:
Daniel Hardegger
, Seestrasse 13, 8610 Uster

Schwalben und Mauersegler, Nistkästen, Materialverwaltung, Bibliothek:
Hans Stopper
, Seeblickstrasse 6, 8610 Uster

Riet- und Heckenpflege:
Ernst Weber
, Zelgstrasse 8, 8610 Uster

Vogelkunde:
Peter Keller
, Wassbergstrasse 2, 8610 Uster