2. Veranstaltungen
Von den insgesamt
13 Veranstaltungen greifen wir folgende heraus:
Wasservogelbeobachtung
Stein am Rhein
Samstag, 8. Januar 2000
Um 9:30 Uhr besammelte sich ein kleines Grüppchen interessierter
Vogelkundler am Bahnhof zur Abreise nach Stein am Rhein. Auf dem
Weg dorthin stiegen in Nänikon, Schwerzenbach und Dübendorf
weitere Teilnehmer zu, so dass wir mit insgesamt 25 Personen an
unserem Beobachtungsziel ankamen. Wenn man bedenkt, dass dies
aus dem Glatttal die ganze Ausbeute ist, sind wir
nicht wirklich begeistert darüber.
Bei herrlichem Winterwetter konnten wir aus nächster Nähe
hunderte von Tauch- und Schwimmenten sowie Kormorane und viele
weitere Vogelarten beobachten. Wie schon in anderen Jahren war
uns auch heuer wieder der prächtige Eisvogel beschert. In
der Eschenzer-Bucht versammelten sich ebenfalls wieder hunderte
von Wintergästen und sogar ein Silberreiher flog gemächlich
an uns vorbei. Der Grünspecht verriet sich durch seinen wellenförmigen
Flug und seinen lauten, eindrücklichen Ruf.
Gut gelaunt und rechtschaffen müde fuhren wir am späten
Nachmittag zurück und konnten auf einen herrlichen Beobachtungstag
zurückschauen.
(Bericht Stefan Kohl)
Ornithologischer
Grundkurs
2. Februar 13 Mai 2000
Leiter und Leiterinnen:Peter Keller, Fränzi Nievergelt, André
Minet, Isabelle Flöss
Im Rahmen von vier Vortragsabenden und vier Exkursionen gaben
die Kursleiter/innen eine Einführung in die einheimische
Vogelwelt, gegliedert in vier Lebensräume (Wasser, Wald,
Kulturland/Siedlungsraum und Feuchtgebiete). Das Leben unserer
Vögel im Jahreslauf war ein weiterer Themenkreis.
Die Nahrungssuche, das Brüten und die Aufzucht der Jungen
beschäftigte genauso wie die Anpassungsfähigkeit der
Vögel an einen sich ständig verändernden Lebensraum.
Vieles konnte nur gestreift oder angesprochen werden. Die Idee
und die Möglichkeiten im Rahmen von acht Veranstaltungen
war in erster Linie, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für
die Welt der Vögel zu begeistern.
(Bericht: Peter Keller)
Vogelkundlicher
Ausflug ins Kaltbrunner Riet
Sonntag, 30. April 2000
Um 08.45 Uhr trafen sich 13 Vogelliebhaber in Uznach mit Erich
Widmer, Tierpräparator, Naturfreund und langjähriger
Kenner des Geschehens im Kaltbrunner Riet.
Bei herrlichem Frühlingswetter erfreuten wir uns der vielen
belebten Weissstorchnester im Dorf und auf Strommasten an der
Linth. Die Graureiherkolonie in der Grynau konnte dank der Fernrohre
gut eingesehen werden. Drei Kuckucke präsentierten sich
während längerer Zeit in voller Grösse, ein quicklebendiges
Grauschnäpperpaar am Entenseelein sorgte für Bewegung
der Beobachter. Eine Schwarzkopfmöve wurde von Erich Widmer
dank ihres für ihn charakteristischen Rufes aus der grossen
Lachmövenwolke optisch herausgeschält und so auch für
uns zu einem Höhepunkt. Gewölle eines Eulenvogels konnten
betrachtet werden und sogar ein flinkes Wiesel kreuzte unseren
Weg.
Zugegeben, die ornithologische Ausbeute mag nicht gewaltig aussehen,
wenn man weiss, dass dieses Gebiet zum Teil wahre Leckerbissen
für Naturfreunde bereithält. Das Wetterglück, das
Gemeinschaftserlebnis und die vielfältigen Hinweise von
Erich Widmer liessen drei Stunden aber dennoch im Nu vergehen.
Den Heimweg traten wir mit der Aussicht an, dass sich das Riet
durch Landabsenkung in absehbarer Zeit stetig vergrössern
wird, wie immer häufiger nass stehende Wiesen schon heute
anzeigen. Den Naturfreund freuts, den Agronomen wohl weniger.
(Bericht: Markus Ambühl)
Naturnahe
Gärten in Uster
Der Vortrag am 23. März und die Führung zu einigen ausgewählten
und in den vergangenen Jahren ausgezeichneten Anlagen am 20. Mai
2000 standen im Zusammenhang mit der Förderung naturnaher
Anlagen.
Thomas Winter zeigte in seinem Vortrag auf, dass naturnahe Gestaltung
im wahrsten Sinne des Wortes für eine Stadt wie Uster lebensnotwendig
sein wird. So hörten die Anwesenden von der Belastung der
Umwelt durch konventionelle Anlagen und der Farbenpracht von einheimischen
Blumen und Schmetterlingen.
Bei der Begehung der «Gärten» begeisterte Thomas
Winter die 20 Staunenden mit seinen mitreissenden Ausführungen.
Einige der 28 auf einer CD-ROM dokumentierten Anlagen konnten
so mit weiterführenden Erklärungen in schönster
Blüte betrachtet werden.
Die CD-ROM liegt in der Stadt-Bibliothek
Uster auf.
(Bericht André Minet)
Der Biohof von Ursula Bänninger und Marcel Züllig
in Mönchaltorf
Donnerstag, 8. Juni 2000
Busstation Langenmatt in Mönchaltorf - strahlendes,
heisses Sommerwetter - Regine Bender und der Exkursions-Leiter
Markus Ambühl stehen fröhlich bereit, als Wegweiser
zum Hof zu dienen. Der Bus mit Ankunft 18.23 Uhr hält an,
kein Mensch steigt aus, die GNVU-Fahne wurde umsonst gehisst.
Wer weiss, was in Uster los ist, vielleicht kommt der Ansturm
auf den Anlass mit dem folgenden Bus! Der Bus fährt ein,
hält, ein paar Leute verlassen ihn auch niemand will
sich um unsere Fahne scharen. Indessen stösst noch Ernst
Weber auf seinem Stahlross zu uns. Er suchte schon den Hof auf
und sorgte sich um uns.
Wir sorgen uns nun zu Dritt um Ursula und Marcel, die sich auf
etwa 30 Leute eingestellt hatten. Was ist zu tun? Nun, es gibt
nichts als die Wahrheit, so bitter sie ist: 3 Menschen haben sich
aufgemacht, um sich zu informieren, was auf diesem Hof geschieht,
welche Probleme die Kühe im Freilaufstall aufgeben, wie
das Land bestellt wird, was das Wachstum beeinflusst, wie echte
Freilaufhühner aussehen ... .
Die kühle Nacht schleicht sich langsam in den lauen Abend,
ein Pullover wäre jetzt nicht übel. Wir verkosten 6
verschiedene Biobrote, herrliche Biowürste, Käse und
den süssen Most, geniessen die Gastfreundschaft und unterhalten
uns glänzend im Gewusel der drei Jungen. Unsere Scham ist
kein Thema, wie der fröhliche Abend zu fünft beweist
- Danke Ursula und Marcel.
(Bericht: Markus Ambühl)
Fledermausexkursion
Mittwoch, 23. August 2000
Mehr als 100 Personen fanden sich an diesem warmen Mittwochabend
bei der Kläranlage in Niederuster ein, um an der diesjährigen
Fledermaus-Exkursion, welche in Zusammenarbeit mit der Greifensee-Stiftung
organisiert wurde, teilzunehmen. Zur Einführung sprach Daniel
Hardegger vor versammelter Schar einige Worte zur Anatomie, Lebensweise
und Artenvielfalt der Flattertiere.
Beim Eindunkeln, noch während dem Referat am Besammlungspunkt,
huschten bereits die ersten Fledermäuse über die Köpfe
der Besucher. Jetzt wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt
und zogen, von Stefan Kohl und Daniel Hardegger angeführt,
in die Nacht.
Nachts orientieren sich die Fledermäuse, in dem sie regelmässig
Ultraschallrufe ausstossen welche an den Strukturen der Umgebung
zurückgeworfen werden. Diese für den Menschen nicht
hörbaren Schallwellen werden vom Gehirn zu einem genauen
Bild umgesetzt. Auf diese Weise werden auch die Beutetiere lokalisiert
und angepeilt. Mittels eines Frequenzgeräts konnten die Expeditionsteilnehmer
die hohen Töne wahrnehmen.
In der Region Uster sind bis heute 7 Fledermaus-Arten nachgewiesen
worden, in der Schweiz gibt es deren 27. Das schöne Wetter
war ideal zur Beobachtung der Flugtiere. Am Exkursionsabend sahen
die Teilnehmer die Zwergfledermaus und den Abendsegler am Abendhimmel
sowie die Wasserfledermaus in Seenähe.

Rauhhautfledermaus
Anders als Vögel vermögen Fledermäuse den Stillstand
in der Luft sowie rechtwinklige Seitenmanöver und sogar den
Rückwärtsflug auszuüben. Ihr Flugapparat - lange
Finger- und Armknochen und bis hin zu den Hinterbeinen gespannte
Flughäute - erlaubt ihnen diese Akrobatik. Die einzigen aktiv,
fliegenden Säugetiere der Welt verschlingen bei ihrer nächtlichen
Jagd bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Beute. Einen
Grossteil der gefressenen Insekten verwerten sie während
des Flugs umgehend zu Energie. Denn ohne Kraftaufwand in den Lüften
segeln, das können auch sie nicht.
Während des Fluges haben die Tiere eine Körperwärme
von beinahe 40 Grad Celsius. In Ruhephase und in der Winterlethargie
passen sie sich der Umgebungstemperatur an. Zusätzlich wird
Energieverlust durch einen verminderten Herzschlag verhindert.
Alle in der Schweiz lebenden Fledermausarten stehen unter Schutz.
Beinahe jeder Kanton verfügt über eine Fledermausanlaufstelle,
an die man sich wenden kann, wenn Fragen auftreten oder wenn Hilfe
bei der Pflege verletzter Tiere benötigt wird. Gleichzeitig
können Fledermausliebhaber der Anlaufstelle ihre Beobachtungen
mitteilen. Denn immer noch ist vieles über die Wohnräume,
den Winterschlaf und die Verhaltensmuster der Flattertiere unbekannt.
Wir werben um Sympathie für die Fledermäuse, welche
unseren Schutz mehr als nötig haben.
Insofern darf der Anlass als sehr gelungen bezeichnet werden,
da wir vielen Exkursionsteilnehmern einen Einblick in die faszinierende
Welt der nächtlichen Flugakrobaten geben konnten. Wer weiss
- vielleicht entwickelt sich der eine oder andere Besucher zu
einem aktiven Fledermausfan und - schützer.
(Bericht Daniel Hardegger)
Internationaler
Zugvogeltag
Sonntag, 1. Oktober 2000
Am Wochenende vom 30. September/1. Oktober organisierte der Schweizer
Vogelschutz SVS zusammen mit den Natur- und Vogelschutzvereinen
in ganz Europa den Internationalen Zugvogeltag. Auch unser Verein
war mit von der Partie.
Mit dem European BirdWatch wollen BirdLife International und der
SVS bei möglichst vielen Menschen das Interesse an Vögeln,
deren Lebensraum und Schutz wecken. Insgesamt wurde an 47 Beobachtungsständen
in der ganzen Schweiz an besagtem Wochenende nach Vögeln
Ausschau gehalten.
Unser Stand wurde am Sonntag beim Beobachtungsturm Riediker-Rälliker-Riet
am oberen Greifenseeufer aufgestellt. An diesem einzigen Tag konnten
von diesem einen Ort aus über 1800 Vögel gezählt
werden.
Da das Wetter in diesem Jahr schön war, kamen sehr viele
Besucher an unserem Stand vorbei und interessierten sich für
das Phänomen Vogelzug. Es war ein gelungener Anlass.
(Bericht Stefan Kohl)
Wintergäste
am Greifensee
Samstag, 3. Dezember 2000
Bei trockenem und nicht allzu eisigem Wetter trafen wir uns bei
der Schifflände in Niederuster. Gleich beim Treffpunkt sahen
wir - leider etwas undeutlich - einen Habicht. Wir konnten während
dem zweistündigen Spaziergang Richtung Aabach-
Mündung immerhin Gänsesäger, Kormorane und
sogar einen Eisvogel beobachten. Auch ein Trüppchen Schwanzmeisen
und eine einzige Schnatterente inmitten von Reiher- und Stockenten
liess sich sehen. Inzwischen kroch uns die Kälte doch langsam
unter die Haut, so dass wir uns gegen 11.00 Uhr verabschiedeten,
um der wohligen Wärme des Wohnzimmers entgegen zu eilen
(Bericht: Peter Keller)

Auch
solche Exkursionen gab es.....
(Zeichnung Richard Ruh)