Aktuell

Oktober 2004

«European BirdWatch 2004»


Inhaltsverzeichnis

 
1. Die Vögel Starten zum Südabflug
 
2. Die Gefahr für die Zugvögel erhöht sich
 
3. European BirdWatch - Internationaler Zugvogeltag 2./3. Oktober 2004
 
4. Der «European BirdWatch 2004» in Zahlen
 
5. Lautloser Flugbetrieb über dem Greifensee
 
6. Beobachtungsliste 


 

1. Die Vögel starten zum Südabflug

(Text: Ernst Kistler, Volketswil)

Wer momentan einen Abendspaziergang am Greifensee macht, begegnet mit Sicherheit den zum Übernachten schwatzend in den Schilfgürtel eintauchenden Vogelschwärmen. So wie diese Stare sich für ihren Flug nach Süden rüsten, stellen viele andere Vogelarten ihre innere Uhr ebenfalls auf Wegzug ein. Mehr über das Phänomen des Vogelzugs ist am diesjährigen Zugvogelbeobachtungstag vom 2./3. Oktober 2004 an zwei Beobachtungsposten zu erfahren. Die IGLU Volketswil am unteren und die Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster (GNVU) am oberen See-Ende laden Gross und Klein zum Erleben des faszinierenden Naturschauspiels ein.

Immer im Herbst machen Millionen von Vögeln ihren Südabflug, viele auf zum Teil uralten Routen. Wie diese befiederten Piloten über Tausende von Kilometern hinweg ihre Überwinterungsgebiete finden, ist ein geheimnisumwittertes Phänomen. Schwalben, die erst noch über unseren Gewässern schwirrten, fliegen schon bald um ägyptische Pyramiden! Dabei kommen sie bei weitem nicht an die Rekordhaltern unter den Distanzfliegern, die Küstenseeschwalben, heran. Diese legen auf ihrer Route Arktis - Antarktis - Arktis unglaubliche 34'000 Kilometer zurück.

 

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2. Die Gefahr für die Zugvögel erhöht sich

(Text: Ernst Kistler, Volketswil)

Nicht alle Vögel, die jetzt wegziehen, werden im nächsten Frühjahr wieder bei uns singen und brüten. Denn Zugvögel leben gefährlich. Ausser den natürlichen Bedrohungen, bekommen sie auch die Verdrängung durch den Menschen und neuerdings den Geldentzug für Schutzmassnahmen zu spüren. Die Zerstörung ihrer Lebensräume und der Rastplätze durch Intensivlandwirtschaft, Tourismus, die entfesselte Siedlungsausdehnung und neue Strassenbauten sind nebst skrupellosen Vogeljägern die grösste Gefahr. Die Lebensräume der Zugvögel müssen nicht bloss in ihren Verbreitungsgebieten, sondern auch auf ihren Zugrouten in die Winterquartiere geschützt werden. BirdLife International als Netzwerk von nationalen Verbänden und lokalen Vereinen setzt sich länderübergreifend für diesen Schutz ein.

 

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3. European BirdWatch - Internationaler Zugvogeltag, 2./3. Oktober 2004

(Text: Schweizer Vogelschutz SVS)

Schönstes Herbstwetter, Hunderte Beobachter und Tausende Vögel: An 50 Beobachtungsständen der Sektion en des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz zum Internationalen Zugvogeltag konnten zwischen Neuenburgersee und Malojapass Tausende durchziehende Vögel beobachtet werden. Hunderte Besucher liessen sich über dieses Naturphänomen und Gefährdungen für die Zugvögel informieren und verfolgten hautnah die Faszination dieses Schauspiels.

Nun sind die Zugvögel wieder unterwegs. Um über dieses Phänomen zu informieren, organisiert BirdLife International jeweils im Oktober die internationalen Zugvogeltage. In 30 europäischen Ländern erfährt die Bevölkerung Wissenswertes über den faszinierenden Vogelzug und wird auf die spezielle Gefährdung der Zugvögel hingewiesen. In Europa zählten über 10'000 Teilnehmer an rund 700 Beobachtungsorten über 2 Millionen Vögel.

Auch am diesjährigen Anlass beteiligten sich viele Sektionen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz. Die Vogelschützerinnen und Vogelschützer organisierten zwischen Lac de Neuchàtel und Malojapass 52 Zugvogel-Beobachtungsstände. Bei meist strahlendem Wetter bestimmten sie dort am Wochenende 270'000 durchziehende Vögel und erfassten ihre Anzahl. Gleichzeitig informierten sie interessierte Besucher über den Vogelzug. 5'000 Personen erhielten so die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung durch Feldstecher und Fernrohr das faszinierende Naturschauspiel live mitzuerleben.
Ringeltaube, Buchfink und Star waren die am häufigsten gesichteten Vogelarten. Aber auch für die Schweiz seltenen Arten wie Merlin, Fischadler, Rotfussfalke und Schwarzstorch konnten bestaunt werden.


 
 

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4. Der «European BirdWatch 2004» in Zahlen:

In der Schweiz:

50
Beobachtungs- und Informationsstände
4922
Besuchende
269‘271
beobachtete Vögel

 

In Europa:

30
Länder mit ihren nationalen Natur- und Vogelschutzorganisationen
870
Beobachtungsstationen und Veranstaltungen
rund 15‘000
Besuchende
über 2 Mio.
beobachtete Vögel


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5. Lautloser Flugbetrieb über dem Greifensee

(Text und Fotos: Stefan Kohl, Uster)

Unseren GNVU-Zugvogel-Beobachtungsstand haben wir am Sonntag den 3. Oktober während sechs Stunden auf dem Beobachtungsturm im Riediker-Rälliker-Riet am oberen Greifensee betrieben. Endlich hatten wir mal grosses Glück mit dem Wetter! Nur hohe Schleierwolken verdeckten ab und zu den strahlend blauen Himmel. Entsprechend gross war dann auch der Andrang auf der stattlichen Plattform des Beobachtungsturmes. Insgesamt haben 128 Personen unser Angebot genutzt und immer wieder durchziehende und rastende Vögel beobachten können. So wurden bei uns insgesamt 2202 Vögel gezählt, darunter so interessante Arten wie 2 Braunkehlchen, 1 Klappergrasmücke, 4 Beutelmeisen, 4 Hohltauben, 1 Rohrweihe, und 3 Kiebitze. Am häufigsten waren Stare und Ringeltauben, die in grossen Schwärmen unterwegs waren. Insgesamt konnten 64 verschiedene Vogelarten bestimmt werden (siehe 6. Beobachtungsliste).

Es hat sich erneut gezeigt, dass das 1997 neu gestalte Projektgebiet Riediker- Rälliker-Riet eine sehr wichtige Tankstelle für unsere Vögel darstellt. Daneben bietet dieses Gebiet vielen anderen, zum Teil bedrohten Tieren und Pflanzen die Möglichkeit zum Überleben.


Beobachtungsturm
 

Natürlich hoffen wir im kommenden Jahr, wenn wir am 2. Oktober 2005 unseren GNVU-Zugvogel-Beobachtungsstand erneut aufbauen, wieder auf so schönes Wetter und so viele Besucher!

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6. Beobachtungsliste, total 64 Arten und 2202 Vögel

2   Alpenstrandläufer 2   Eisvogel 5   Krickente 6   Schnatterente
5   Amsel 3   Elster 27   Lachmöwe 6   Schwarzhalstaucher
30   Bachstelze 33   Erlenzeisig 1   Löffelente 1   Schwarzspecht
1   Baumfalke 46   Feldlerche 11   Mäusebussard 17   Singdrossel
6   Bekassine 7   Feldsperling 3   Mehlschwalbe 5   Sperber
10   Bergpieper 1   Gartengrasmücke 3   Misteldrossel 679   Star
1   Bergstelze 11   Graureiher 4   Mönchsgrasmücke 7   Stockente
4   Beutelmeise 8   Grünfink 2   Pfeifente 4   Sumpfmeise
1   Blässhuhn 1   Grünspecht 5   Rabenkrähe 5   Tafelente
14   Blaumeise 4   Hänfling 64   Rauchschwalbe 1   Teichhuhn
2   Braunkehlchen 204   Haubentaucher 46   Reiherente 3   Turmfalke
140   Buchfink 4   Hohltaube 355   Ringeltaube 75   Wacholderdrossel
1   Buntspecht 3   Kiebitz 8   Rohrammer 6   Weisskopfmöwe
2   Distelfink 1   Klappergrasmücke 1   Rohrweihe 13   Weissstorch
2   Dohle 7   Kohlmeise 1   Rotkehlchen 4   Zilpzalp
23   Eichelhäher 52   Kormoran 8   Rotmilan 1   Zwergtaucher
                  194   unbestimmte Vögel


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