Ornithologische Überraschungen am Osterwochenende
Text: Stefan Kohl
Nicht nur sehr viele Spaziergänger, Jogger, Baiker und Rollerblaider besuchten über das Osterwochenende den Greifensee, auch viele Vögel waren unterwegs.
Eine ganz spezielle Beobachtung gelang Patrick Franke aus Egg am Ostersonntag: Ein kleiner, nur amselgrosser Vogel bewegte sich geschwind, nach Teichhuhnart geschickt getarnt, in der Ufervegetation der Mönchaltorfer Aa umher. Aufmerksam beobachtete er das Tier und war erstaunt, als es plötzlich völlig frei auf dem angestauten Geschwemsel nach Nahrung suchte, sich badete und wieder weiter nach Insekten haschte. Erst der Blick ins Vogelbuch gab Sicherheit in der Bestimmung der Art:
Es handelt sich eindeutig um ein Männchen vom Kleinen Sumpfhuhn (Porzana parva)
Foto: Stefan Kohl, Uster |
Kleines Sumpfhuhn |
In der Schweiz wird das Kleine Sumpfhuhn jährlich durchschnittlich nur gerade 5 mal beobachtet. Meistens handelt es sich um Tiere auf dem Herbst- und wie hier, auf dem Frühjahreszug zurück ins Brutgebiet. Dieses erstreckt sich von Polen ostwärts bis zum Ural und zum Toten Meer. Im Westen sind nur vereinzelte Brutgebiete bekannt.
In der Schweiz rechnet man mit 0 bis 5 Brutpaaren. Seit 1980 liegen keine gesicherten Brutnachweise aus unserem Land vor.
Am Greifensee wurde das Kleine Sumpfhuhn zum letzten mal am 03.08.1994 beobachtet, also vor fast 10 Jahren!
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