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September 2003

Was fliegt denn da? – Besucher aus Afrika

Immer wieder konnten in diesem Sommer in der Abenddämmerung riesige Flatterer an den Blüten von Nachtkerzen, Zier-Tabak und Seifenkraut, etc. beobachtet werden.

Handelt es sich hier um Fledermäuse?
Nein, bei uns kommen nur insektenfressende Arten vor.

Sind es vielleicht Kolibris?
Auch nicht, diese kleinen, nektarsaugenden Vögel gibt es bei uns nicht.

Also muss es wohl ein Insekt sein?
Jawohl, es ist einer der grössten Nachtfalter, der bei uns auftauchen kann:

 

Windenschwärmer Foto: Heinz Friesch, Tübingen (D)


 

Inhaltsverzeichnis

 
1. Verbreitung
 
2. Eier, die nächste Generation
 
3. Raupen, fressen was das Zeug hält
 
4. Verpuppung, aus einem 10 cm «Wurm» wird ein faszinierender Falter
 
5. Und was passiert tagsüber? – Siesta
 
6.

Weitere Links zum Thema Windenschwärmer

 
   
   
   
   
   
   
 
 

 

 
   


 

1. Verbreitung

Windenschwärmer_Fliegend
Foto: Heinz Friesch, Tübingen (D)

Foto: Peter Vogler, Pfronten (Allgäu; D)
Was fliegt denn da?
Es ist der Windenschwärmer (Agrius convolvuli)

Verbreitungskarte von Alexander Beiter (Tübingen, D)
Weitere Infos: http://www.heimische-schmetterlinge.de

Der Windenschwärmer lebt hauptsächlich in den Tropen und Subtropen der alten Welt und kommt regelmässig auch in Europa bis an den Südrand der Alpen vor. In jährlich wechselnder Häufigkeit fliegt er sogar über die Alpen bis nach Nordeuropa. Dies ist in diesem besonders warmen Jahr in sehr grosser Individuenzahl erfolgt.

 

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2. Eier, die nächste Generation

Die Weibchen der eingewanderten Windenschwärmer legen bis zu 1200 Eier einzeln, meist an die Blattunterseite von der bei Gartenfreunden besonders beliebten Zaunwinde ab. Auch die Ackerwinde wird gerne als Nahrungspflanze angenommen. Die fast kugelrunden Eier sind im Durchmesser nur 1,2mm gross. Direkt nach der Ablage weisen sie eine leuchtend-blaugrüne, später dann eine matt-gelbgrüne Färbung auf.


Foto: Stefan Kohl (Uster)

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3. Raupen, fressen was das Zeug hält

Nach einer guten Woche schlüpfen die kleinen Raupen aus dem Ei. Ganz jung messen die grünen Räupchen nur 3 bis 4mm. Eindeutig als Schwärmer-Raupen sind sie schon zu erkennen, da sie ein langes, schwarzes Horn am Körperende tragen. Nun heisst es fressen, fressen, fressen! Bei guten Bedingungen häuten sich die Raupen ca. alle fünf Tage und sind nach weniger als einem Monat verpuppungsreif.
Sie sind jetzt 9 bis 11 cm lang und über 1 cm dick. Sie treten in den verschiedensten Farbvarianten auf. Die Grundfarbe kann grün, braun, grau, beige oder schwarz sein und die Musterung tritt in allen Schattierungen dazwischen auf.

Foto: Stefan Kohl (Uster)
    
Fotos: Stefan Kohl (Uster)

 

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4. Verpuppung, aus einem 10 cm «Wurm» wird ein faszinierender Falter

Steht die Verpuppung an, werden die eher trägen Gesellen plötzlich zu erkundungslustigen Wanderern und sind manchmal lange unterwegs, bis sie einen geeigneten Platz vorfinden. Dort graben sie sich bis zu 30cm tief in die Erde ein und bauen eine Erdhöhle in der sie sich verpuppen. Die freistehende Rüsselscheide, die an den Griff eines Spazierstocks erinnert, ist ein unverwechselbares Kennzeichen der Puppen.
Wenn es die Temperaturen zulassen, schlüpfen aus den Puppen im Spätsommer oder Herbst neue Falter. Wenn sie dies nicht mehr schaffen, versuchen sie zu überwintern. Obwohl sie ausgesprochen frostempfindlich sind, kommt es immer wieder vor, dass es einige Puppen überleben und wir die neu geschlüpften Windenschwärmer schon im März bewundern dürfen

Foto: Stefan Kohl (Uster)

 

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5. Und was passiert tagsüber? – Siesta

Am Tag sind sie allerdings nur äusserst schwer zu entdecken, da sie gut getarnt an Baumstämmen, an Hauswänden oder Mauern den Tag verschlafen.

Foto: Stefan Kohl (Uster)
Nur wenn sie sich gestört fühlen, öffnen sie urplötzlich die Flügel und eine schaurig schöne Maske erscheint. Dieses Verhalten hat schon manchen Feind erschreckt und dem Falter selbst das Leben gerettet.
Foto: Stefan Kohl (Uster)

 

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6.  Weitere Links zum Thema «Windenschwärmer»

http://www.schmetterling-raupe.de
http://www.lepidoptera.ch/imago.phtml?idx=146&fidx=11
http://butterfly.botgarden.uni-tuebingen.de/nachtfalter/n-z/windenschw.html

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