Loren / Glattenriet - Überblick

 

Pressemitteilung der Baudirektion

Letzte Aktualisierung 18. 6. 2002
09:30

Massnahmen zur Verbesserung der Grundwassersituation in der Loren Uster

18.06.2002 - Die Erschliessungsarbeiten für die Grossüberbauung Loren Uster laufen in einem von der Grundwassersituation her schwierigen Gelände ab. Geologen und Baufachleute haben dabei die Grundwasserspiegelschwankungen, die bis in grosse Entfernungen von der Baustelle festzustellen sind, unterschätzt. Unter anderem wurden tiefere Pegelstände auch im Bereich der geschützten Flächen des Werriker-/Glattenrieds gemessen. Um Langzeitschäden in diesem Naturschutzgebiet zu verhindern, muss in diesen Zonen der Grundwasserspiegel möglichst rasch wieder angehoben werden. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) hat darum mit der Bauherrschaft geeignete Sofortmassnahmen vereinbart.

Um die Tiefbauarbeiten für die Abwasserleitungen der geplanten Grossüberbauung in der Loren in Uster auszuführen, muss der Grundwasserspiegel im Bereich der Baugrube vorübergehend abgesenkt werden. Seit Beginn der Arbeiten Mitte April wurden zwischen 4000 und 8000 Liter pro Minute abgepumpt und teilweise in den Werrikerbach, der das benachbarte Ried quert, geleitet, teilweise aber direkt in den Grundwasserträger am südwestlichen Rand der Baustellenzone versickert. Aufgrund der geltenden Grundwasserkarte und der allgemeinen Erfahrungswerte gingen Bauherrschaft und Bewilligungsbehörden davon aus, die Pegelstände des Grundwassers im Naturschutzgebiet würden durch die Absenkungen im Bereich der Baustelle nicht oder nur unwesentlich tangiert, zumal die ökologisch sensiblen Riedflächen in deutlicher Entfernung von der Baustelle liegen und von dieser durch eine Pufferzone getrennt sind. Die in diesem Gebiet sehr eigenwillige Charakteristik der Strömungsverhältnisse, wie sie die Grundwasserkarte nicht ohne weiteres preisgibt, führte indes überraschend zu unerwünschten Schwankungen der Grundwasserspiegel auch im südöstlichen Teil des Rieds. Dies zeigten die zur Überwachung der geschützten Riedflächen installierten Messstellen. Schwierig ist dabei zu beurteilen, welchen zusätzlichen Einfluss die trockene Witterung des vergangenen Winters und Frühjahrs hatte.

Die Grundwasserspiegel in den geschützten Riedzonen sollen auf jeden Fall so rasch wie möglich wieder angehoben werden. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) hat mit den Verantwortlichen der Bauleitung vereinbart, dass der bis heute direkt in den Grundwasserträger zurückgegebene Anteil des Pumpwassers künftig möglichst in der Nähe des Riedgebietes zu versickern ist, um die Wasserhaltung im Ried zu verbessern. Damit diese Massnahme optimale Wirkungen erzielt, werden die Arbeiten von einem Geologen, einem Biologen und einem Moor-Hydrologen begleitet. Teilweise haben sich die Grundwasserspiegel bereits wieder erholt, nachdem der Fortschritt der Arbeiten auf der Baustelle inzwischen weit weniger Pumpleistung erfordert. Sie liegt zur Zeit bei maximal 2000 Litern pro Minute und wird nach Abschluss der Tiefbauarbeiten in etwa drei Wochen praktisch eingestellt. Danach rechnen die Fachleute mit einer raschen Normalisierung der Grundwassersituation.

Ansprechpersonen:
• Für technische Fragen: Dr. Werner Blüm, Abteilung Wasserwirtschaft im AWEL, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft,
Telefon 043 259 39 64
• Für rechtliche Fragen: Peter Frey, Chef Rechtsabteilung, Baudirektion Kanton Zürich, Telefon 043 259 28 14